Ricarda Huch

https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbthemes/2014/klein/frauenkrieg_10_500.jpg
Kriegs-Fürsorgeheim St. Margareth für Frauen und Kinder an der Plinganserstraße 115, 1916. Frauen beim Waschen und Bügeln, Autor: Pettendorfer. Sign.: C 1916184 (Münchner Stadtarchiv)

Ricarda Huch lobte die Frau als stille Kämpferin, deren Einsatz ebenso groß wie vergessen ist.

An die Frauen

O Frauen, wie das Los der Erde falle,
Nie wechsel eures: Leiden, Kampf und Not.
Ob Frieden blühe, ob das Schlachthorn schalle,
Ein ew´ger Brand von eurem Opfer loht.

[…]

Die edles Denken haucht wie eine Blume,
Die freie Stirne schmückt kein Ehrenkranz,
Von eurer tapf´ren Herzen Heldentume
Singt keine Chronik, prahlt kein Ordensglanz

[…]

Die zarte Brust schirmt nicht des Ritters Eisen,
Wie Sklaven kämpft ihr, schutzlos, namenlos,
Und steigt, wenn Völker ihre Helden preisen,
Vergeß´ne Sieger in den dunkeln Schoß.

(Ricarda Huch: Bismarck-Jahrbuch für Deutsche Frauen. 22. Jahrgang, 1917, S. 16.)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

Kommentar schreiben