Romanbiographien: Deutschsprachige Autorinnen

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Lola Montez, Gouache gerahmt 1847.

Um das Leben von Lola Montez ranken sich so viele Legenden, dass es oft schwierig ist, zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Kein Wunder, dass sich vor allem das Genre der Romanbiographie diesem Sujet annahm.

„Sire“ flüsterte sie.

Der König atmete schwer.

„Wie schön Sie sind, Lolita! Kann es möglich sein, dass mit Ihnen noch einmal das Glück der Liebe zu mir kommt, als Geschenk des Himmels? Und ich dachte, ich sei zu alt dafür geworden – ein Mann, der nicht mehr viel vom Leben zu erwarten hat. Ausgeschöpft wie ein Brunnen in der Wüste.“

„Ein Mann“, erwiderte sie, „der wie ein König denkt. Und ein König, der fühlt wie ein Mann. Meine Seele ist vor Eurer Majestät entblößt.“

(Angelika Jordan: Lola Montez. Ferenczy Verlag, Zürich 1980, S. 21)

Auch im „Bayerischen Hof“ hatte Lola sich mit ihrem so wohlklingenden Namen eingetragen.

„Ist das ihr richtiger Name?“ fragte der Wirt misstrauisch den neuen, sehr selbstbewusst auftretenden Gast.

„Natürlich, was dachten Sie?“

„Ich kenne Tänzerinnen, die unter einem Künstlernamen auftreten“, erwiderte der Wirt ungerührt. Seinem Misstrauen schob Lola es zu, dass ihr befohlen wurde, sich im Polizeipräsidium anzumelden. Sie schrieb sich dort mit ihrem falschen Namen in die Fremdenliste ein und nannte als Begleitperson „ein Hund mit Namen Bella“.

(Marianne Wintersteiner: Lola Montez. Die Tänzerin und der König. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main/Berlin 1990, S. 137)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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