Aufstand der Arbeiter

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Frauenkirche. Foto: Franz Klug

Den historischen Hintergrund von Heidi Rehns Roman Blutige Hände bildet einer der ersten Arbeiteraufstände in München. Im April 1870 sind mehr als 500 Schneider aus Protest gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne in den Streik getreten. Als ein Nähmaschinenhändler in der Kaufingerstraße ermordet wird, nimmt Polizeioffiziant Severin Thiel die Ermittlungen auf. Unter den Streikenden rumort es. Sie spüren, dass längst etwas Furchtbares geschehen ist, ohne jedoch zu wissen, was. Einer der Anführer klärt seine Mitstreiter auf:

Ein Mord in der Kaufingerstraße. Die Polizei meint, es hätt was mit den Streiks und unseren Versammlungen zu tun.

(Heidi Rehn: Blutige Hände. Emons Verlag, Köln 2006, S. 44)

Polizeioffiziant Thiel begibt sich mitten hinein in die Alltagswelt der einfachen Arbeiter und Gesellen. Unterstützt wird er von Johanna Morgenthau, einer emanzipierten Frau. Ihr Engagement gilt den Frauenrechten, ihre Hoffnung der bayerischen Arbeiterbewegung.

Severin Thiel nimmt die Ermittlungen in der Au, in Haidhausen und zunächst in der Altstadt auf, begleitet vom Läuten der Glocken:

An der nahen Theatinerkirche begann das Zehn-Uhr-Läuten zuerst. Die Glocken der Frauenkirche folgten zögernd, bevor endlich auch die Glocken vom Alten Peter und an der Heilig-Geist-Kirche einstimmten.

(S. 68)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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