Ludwig Waldmüller präsentierte Märchen von Ludwig Ganghofer
Am Samstag, 15.02.2025, zum Todestag von Sophie La Roche, luden der Freundeskreis Sophie La Roche und die Pomona-Salonieren um 15 Uhr ins Ganghofer-Zimmer des Stadtmuseums Kaufbeuren ein: Ludwig Waldmüller, Priester, Journalist und Schauspieler, brachte – am Spinett musikalisch umrahmt von Richard Waldmüller – Märchen aus der Feder von Ludwig Ganghofer zu Gehör.
*
Der aus Kaufbeuren stammende Schriftsteller Ludwig Ganghofer ist vor allem für seine Heimatromane berühmt. Seine Märchen sind eher unbekannte Texte. Der ebenfalls aus Kaufbeuren stammende ehemalige Radioredakteur Ludwig Waldmüller besitzt eine fürs Vorlesen geschulte Stimme, und seine Leidenschaft für die Ganghoferschen Märchen machte ihn zum prädestinierten Interpreten für diese Lesung direkt vor dem Schreibtisch des Autors. Vier Ganghofer-Märchen stellte Waldmüller an diesem Nachmittag dem gespannt lauschenden Publikum vor.
Eine Märchenlesung wie aus dem Bilderbuch
„Die Blüten des Lebens“ berichten von Valens, der von einem „Wesen“ die Chance bekommt, sich eine bestimmte Blüte – Ruhm, Reichtum, Macht, wissenschaftlicher Erfolg, künstlerisches Talent – auszusuchen. Am Ende wählt er richtig und findet die Blütenblätter in den veilchenblauen Augen seiner Kinder. In „Die Lieder des Rauschegrim“ geht es um die Hand der schönen Spielmannstochter Mechtild. Nach dem Wunsch des Vaters Heydegast durfte sie nur der beste aller Spielmänner bekommen. Zunächst war der aussichtsreichste Bewerber der Spielmannsschüler Heini, der weiße, dessen Tugendhaftigkeit und Talent in den höchsten Tönen gelobt wird. Der wird aber plötzlich vom groben, faulen „Schwarzen Peter“ ausgestochen, der mit einem Mal so schön spielen kann, dass sich niemand dem Zauber seiner Geige zu entziehen vermag. Diese Gabe hatte er vom Rauschegrim erhalten. Ein Jahr später erhält sie auch Heini – und die Tugend siegt. „Christl, der Bekehrte“ ist schließlich eine verschmitzte Eulenspiegelgeschichte über einen Bauern, der die katholische Dorfgemeinschaft durch Freidenkertum empört und mit Hilfe von unheimlichen schwarzen Eiern, Weihwasser – und ein wenig Unterstützung durch die Naturwissenschaft – wieder auf den rechten Weg geführt wird.
Als Zugabe hörte man noch die hochmoralische Geschichte von einem kleinen Jungen, der im spielerischen Unverstand einem armen Bauern seine Flachsernte verbrennt. Als er merkt, was er angerichtet hat, bekennt er seine Beteiligung an der Untat. Daraufhin sorgt die Dorfgemeinschaft für Wiedergutmachung.
Die so unterschiedlichen Geschichten zeigen eine große Tiefe und Symbolkraft. Sie kommen wortgewaltig daher und kreieren teils düstere und spannende, teils kunterbunte und humorvolle Bilder vor dem inneren Auge des Publikums. Zusammen mit den zarten Spinettklängen von Vater Waldmüller war diese Märchenlesung eine gelungene, runde Veranstaltung.
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Am Samstag, 15.02.2025, zum Todestag von Sophie La Roche, luden der Freundeskreis Sophie La Roche und die Pomona-Salonieren um 15 Uhr ins Ganghofer-Zimmer des Stadtmuseums Kaufbeuren ein: Ludwig Waldmüller, Priester, Journalist und Schauspieler, brachte – am Spinett musikalisch umrahmt von Richard Waldmüller – Märchen aus der Feder von Ludwig Ganghofer zu Gehör.
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Der aus Kaufbeuren stammende Schriftsteller Ludwig Ganghofer ist vor allem für seine Heimatromane berühmt. Seine Märchen sind eher unbekannte Texte. Der ebenfalls aus Kaufbeuren stammende ehemalige Radioredakteur Ludwig Waldmüller besitzt eine fürs Vorlesen geschulte Stimme, und seine Leidenschaft für die Ganghoferschen Märchen machte ihn zum prädestinierten Interpreten für diese Lesung direkt vor dem Schreibtisch des Autors. Vier Ganghofer-Märchen stellte Waldmüller an diesem Nachmittag dem gespannt lauschenden Publikum vor.
Eine Märchenlesung wie aus dem Bilderbuch
„Die Blüten des Lebens“ berichten von Valens, der von einem „Wesen“ die Chance bekommt, sich eine bestimmte Blüte – Ruhm, Reichtum, Macht, wissenschaftlicher Erfolg, künstlerisches Talent – auszusuchen. Am Ende wählt er richtig und findet die Blütenblätter in den veilchenblauen Augen seiner Kinder. In „Die Lieder des Rauschegrim“ geht es um die Hand der schönen Spielmannstochter Mechtild. Nach dem Wunsch des Vaters Heydegast durfte sie nur der beste aller Spielmänner bekommen. Zunächst war der aussichtsreichste Bewerber der Spielmannsschüler Heini, der weiße, dessen Tugendhaftigkeit und Talent in den höchsten Tönen gelobt wird. Der wird aber plötzlich vom groben, faulen „Schwarzen Peter“ ausgestochen, der mit einem Mal so schön spielen kann, dass sich niemand dem Zauber seiner Geige zu entziehen vermag. Diese Gabe hatte er vom Rauschegrim erhalten. Ein Jahr später erhält sie auch Heini – und die Tugend siegt. „Christl, der Bekehrte“ ist schließlich eine verschmitzte Eulenspiegelgeschichte über einen Bauern, der die katholische Dorfgemeinschaft durch Freidenkertum empört und mit Hilfe von unheimlichen schwarzen Eiern, Weihwasser – und ein wenig Unterstützung durch die Naturwissenschaft – wieder auf den rechten Weg geführt wird.
Als Zugabe hörte man noch die hochmoralische Geschichte von einem kleinen Jungen, der im spielerischen Unverstand einem armen Bauern seine Flachsernte verbrennt. Als er merkt, was er angerichtet hat, bekennt er seine Beteiligung an der Untat. Daraufhin sorgt die Dorfgemeinschaft für Wiedergutmachung.
Die so unterschiedlichen Geschichten zeigen eine große Tiefe und Symbolkraft. Sie kommen wortgewaltig daher und kreieren teils düstere und spannende, teils kunterbunte und humorvolle Bilder vor dem inneren Auge des Publikums. Zusammen mit den zarten Spinettklängen von Vater Waldmüller war diese Märchenlesung eine gelungene, runde Veranstaltung.