Info
Einsendeschluss: 29.07.2020
Dotierung: Preisgelder von insgesamt 2.400 €
Eigene Bewerbung: ja
Vergabe: jährlich
Organisation: Marktgemeinde Grassau
Kontakt:

Grassauer Deichelbohrer

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Website des Literaturpreises Grassauer Deichelbohrer

Der Preis wird einmal im Jahr durch die Marktgemeinde Grassau vergeben, um die Arbeit von AutorInnen zu würdigen. Ins Leben gerufen wird er im Jahr 2018 unter Bürgermeister Rudi Jantke, initiiert vom Kulturbeauftragten Grassaus, Robert Höpfner, in Zusammenarbeit mit der in Grassau lebenden Schriftstellerin Angeline Bauer und dem Buchhändler und Autor Klaus Bovers. Die Preisgelder der ersten drei GewinnerInnen betragen 1000, 500 und 300 Euro. Zusätzlich wird während einer festlichen Gala eine Preistrophäe überreicht. Drei weitere GewinnerInnen erhalten jeweils ein Preisgeld von 200 Euro und eine Urkunde. Die Unterkunft am Wochenende der Preisverleihung wird für die GewinnerInnen und jeweils eine Begleitperson kostenlos angeboten.

Pro AutorIn ist nur eine Einreichung möglich. Vorgegeben sind mindestens 6000 und höchstens 9000 Zeichen. Letzteres entspricht etwa fünf Normseiten. Geschichten, die länger sind, werden disqualifiziert. Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben.

Der ungewöhnliche Name des Preises – „Grassauer Deichelbohrer“ – bezieht sich auf eine hölzerne Rohrleitung, durch die im 19. Jahrhundert von Reichenhall über Traunstein Salzsole zur Saline in Rosenheim gepumpt werden. So eine historische Pipeline, bestehend aus Fichtenstämmen, die der Länge nach durchbohrt wird („Deicheln‘), läuft auch durch Grassau. Eine Pumpstation, die dazu nötig ist, kann man heute bei Grassau noch besichtigen.

Das Durchbohren eines Fichtenstammes mit einem sogenannten „Deichelbohrer“ ist ein anspruchsvolles Handwerk – und wie man dabei das Holz durchdringen muss, ist es auch beim Schreiben notwendig, in die Tiefe zu gehen und Durchblick zu schaffen. So setzt Grassau die literarische Form der Kurzgeschichte symbolisch mit einer Deichelbohrung gleich und lässt sie zur Grassauer „Kultur-Pipeline“ werden. Anderenorts nennt man eine Deichel auch Teuchel beziehungsweise Deuchel oder in der Schweiz Tüchel oder Pipen. In Sachsen wird eine solche Leitung als Röhrfahrt bezeichnet, in Franken als Röhrenfahrt und im Harz als Wasserreise, da Deicheln auch als Wasserleitungen dienen.