Info
Einsendeschluss: 30.11.2021
Dotierung: Preisgelder von insgesamt 2.400 €
Eigene Bewerbung: ja
Vergabe: alle zwei Jahre
Organisation: Marktgemeinde Grassau
Kontakt:

Grassauer Deichelbohrer

https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbblogs/instblog/2020/klein/Grassauer_Deichelbohrer_Website_500.png
Website des Literaturpreises Grassauer Deichelbohrer

Der Preis wird zunächst jährlich, mittlerweile alle zwei Jahre durch die Marktgemeinde Grassau vergeben, um die Arbeit von Autor*innen zu würdigen. Ins Leben gerufen wird er im Jahr 2018 unter Bürgermeister Rudi Jantke, initiiert vom Kulturbeauftragten Grassaus, Robert Höpfner, in Zusammenarbeit mit der in Grassau lebenden Schriftstellerin Angeline Bauer und dem Buchhändler und Autor Klaus Bovers. Die Preisgelder der ersten drei Gewinner*innen betragen 1000, 500 und 300 Euro. Zusätzlich wird während einer festlichen Gala eine Preistrophäe überreicht. Drei weitere Gewinner*innen erhalten jeweils ein Preisgeld von 200 Euro und eine Urkunde. Die Unterkunft am Wochenende der Preisverleihung wird für die Gewinner*innen und jeweils eine Begleitperson kostenlos angeboten.

Üblicherweise findet die Verleihung in der Grassauer Sawallisch-Villa statt; coronabedingt ist sie 2020/21 stattdessen als Live-Stream konzipiert. Die Texte, die es auf die Longlist schaffen, werden als Anthologie veröffentlicht. Mit bis zu rund 600 Einsendungen findet der Grassauer Deichelbohrer in ganz Deutschland und auch darüber hinaus großen Anklang.

Pro Autor*in ist nur eine Einreichung möglich. Vorgegeben sind mindestens 6.000 und höchstens 9.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen). Letzteres entspricht etwa fünf Normseiten. Geschichten, die länger sind, werden disqualifiziert. Zugelassen werden Kurzgeschichten aller literarischen Gattungen von Autorinnen und Autoren, die in deutscher Sprache schreiben. Der Wettbewerb findet jeweils unter einem bestimmten Thema statt (2019: „Nähe“, 2020/21: „Geheimnis“, 2021/22: „Wildnis“).

Der ungewöhnliche Name des Preises – „Grassauer Deichelbohrer“ – bezieht sich auf eine hölzerne Rohrleitung, durch die im 19. Jahrhundert von Reichenhall über Traunstein Salzsole zur Saline in Rosenheim gepumpt werden. So eine historische Pipeline, bestehend aus Fichtenstämmen, die der Länge nach durchbohrt wird („Deicheln‘), läuft auch durch Grassau. Eine Pumpstation, die dazu nötig ist, kann man heute bei Grassau noch besichtigen.

Das Durchbohren eines Fichtenstammes mit einem sogenannten „Deichelbohrer“ ist ein anspruchsvolles Handwerk – und wie man dabei das Holz durchdringen muss, ist es auch beim Schreiben notwendig, in die Tiefe zu gehen und Durchblick zu schaffen. So setzt Grassau die literarische Form der Kurzgeschichte symbolisch mit einer Deichelbohrung gleich und lässt sie zur Grassauer „Kultur-Pipeline“ werden. Andernorts nennt man eine Deichel auch Teuchel bzw. Deuchel, in der Schweiz auch Tüchel oder Pipen. In Sachsen wird eine solche Leitung als Röhrfahrt bezeichnet, in Franken als Röhrenfahrt und im Harz als Wasserreise, da Deicheln auch als Wasserleitungen dienen.

 

Bisherige Preisträger*innen:

2020/21 („Geheimnis“):
1. Platz: Daniela Esch („Was du nicht siehst“)
2. Platz: Barbara Schilling („Der Balkon“)
3. Alexandra Grüttner-Wilke („Dornröschen“)

2019 („Nähe“):
1. Platz: Heidi Lackner („Der Duft sterbender Bücher“)
2. Platz: David Jacobs („Haikus“)
3. Platz: Manuel Zerwas („Ich fühle was, was du nicht fühlst“)