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Badehaus mit Quellentempel 1913 (Gemeindearchiv Bad Wiessee)

Königin-Wilhelmina-Quelle

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Foto: Ingvild Richardsen (TELITO)

Wie schon der Name nahelegt, findet man in der Wilhelminastraße die Wilhelmina-Quelle, die 1930 von Adriaan Stoop als zweite Jod-Schwefelquelle erbohrt und nach seiner Frau und niederländischer Königin Wilhelmina benannt wurde. Das kleine mehreckige Holzhaus mit der Aufschrift „Wilhelmina Quelle“ hat 1930 der Gmunder Architekt Alois Degano errichtet, derjenige, der auch das Badehaus des Jod-Schwefelbads und Haus Jungbrunnen gebaut hat.

Direkt an der Straße steht ein großes blaues Metallschild, auf dem man über alle relevanten Daten zu dieser Quelle informiert wird: wann sie erbohrt wurde, in wieviel Meter Tiefe und wie ihr Jod-Schwefelwasser gefördert wird, aus welchen Kat- und Anionen dieses Heilwasser zusammengesetzt ist und gegen welche Leiden es alles wirkt:

Benannt nach der niederländischen Königin Wilhelmina. Erbohrt im Jahr 1930, erschlossen in 632 Meter Tiefe – renoviert im Jahr 1989. Förderung aus ca. 371 Meter Tiefe durch die Tiefkolbenpumpe mit Hilfe eines sogenannten Pferdekopfpumpenbocks und Elektromotors, Ergiebigkeit 80 l/min. Deutschlands stärkste jod-, schwefel- und fluoridhaltige Natrium-Chlorid-Quelle. […] Die Kurindikationen des Heilwassers sind: Erkrankungen des Herz-, Gefäß- und Kreislaufsystems, Erkrankungen des rheumatischen Formkreises, Gelenke, Wirbelsäule, Muskulatur, Erkrankungen der Atemwege, Augenkrankheiten, Hautleiden. Abgabe ausschließlich im Kurmittelhaus der Jod-Schwefelbad Wiessee GmbH.

Bad Wiessee 1930. Im Vordergrund der Bohrturm, worin die Wilhelmina-Quelle angebohrt wurde (Privatarchiv Allard Everts).

Bereits ab Mitte der 1920er-Jahre hatte der wechselnde Wasserdruck in der König-Ludwig-III.-Quelle Adriaan Stoop Sorgen bereitet. Weil Stoop nicht mehr von einer Quelle allein abhängig sein wollte, ließ er im Jahr 1930 zur Absicherung des Bades eine zweite Tiefenbohrung hier ausführen. Tatsächlich erbohrte man dabei in 632 Metern eine neue Quelle. Man stellte fest, dass die neuentdeckte Wilhelmina-Quelle in der Zusammensetzung der König-Ludwig-III.-Quelle glich und nur die Temperatur eine andere war. Sie betrug 17,1 Grad, die der anderen Quelle hingegen 21 Grad. Seit 1930 stand das Jod-Schwefelbad also auf zwei Füßen.

1989 wurde die Wilhelmina-Quelle zuletzt saniert. Man brachte neue Stand- und Förderrohre in das Bohrloch ein und installierte eine neue Pferdekopfpumpe. Die Arbeiten waren zeitweise sehr heikel. Letztlich aber ging alles gut.

Gefunden 1930, erschlossen in 632 Meter Tiefe, renoviert im Jahre 1989, fördert die Wilhelmina-Quelle bis heute aus ca. 371 Meter Tiefe das Jod-Schwefelwasser durch Tiefkolbenpumpung mit Hilfe eines sog. Pferdekopfpumpenbocks und Elektromotors und einer Ergiebigkeit von 80 l/m.

Foto: Ingvild Richardsen (TELITO)

Geht man von der Wilhelmina-Quelle auf der rechten Straßenseite weiter in Richtung See, erreicht man nach nur wenigen Metern die Adrianus-Quelle, die sich gegenüber dem heutigen Jod-Schwefelbad in dem schwarz getönten Glashaus befindet.

 


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Verfasst von: TELITO / Dr. Ingvild Richardsen

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