Info
11.05.2026
20 Uhr
Kunst im Bau // Klang im Dach, 5. Stock, Zieblandstraße 45, München
Eintritt: frei; Spenden erbeten

Eine Hommage zum 100. Geburtstag des unsterblichen Beat-Poeten

"Er war der erste Popstar der Literaturwelt und einer der einflussreichsten Dichter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Freunden Jack Kerouac und William S. Burroughs begründete er eine Gegenkulturbewegung, deren Wurzeln bis in die Bebop-Ära des Jazz reichten, die dann als literarische Sensation samt ihren gesellschaftlich-politischen Provokationen „The Beat Generation“ genannt und schließlich zur Blaupause für Hippies oder Punks wurde.

Allen Ginsberg performte 1955 in San Francisco sein berühmt gewordenes Gedicht „Howl“ zum ersten Mal vor Publikum. Es war der Aufschrei eines Außenseiters, eines homosexuellen Hipsters und Künstlers gegen die autoritäre US-Gesellschaft; und ebenso war es eine Anklage gegen den paranoiden Staat, der Andersdenkende während der McCarthy-Ära verfolgte. 

Bald mutierte er zum bärtigen Propheten; einem scharf denkenden, mit Ironie begabten, im Anschlag immer sein indisches Harmonium. Konformismus war Allen Ginsberg ein Gräuel. Er zog aus, die Dichtkunst zu revolutionieren, Tabus zu brechen und den „Moloch“ anzuprangern. Er mochte keine Ideologien und auch nicht den Mainstream; ein ewig junger, radikaler Wilder und Provokateur unter den Poeten des 20. Jahrhunderts, der ebenso überzeugend ein Pazifist und Humanist war. Zudem ein Weltbürger auf der Suche nach einer Spiritualität, die östliche und westliche Kulturen verbinden sollte, mitten im kalten Krieg und zuzeiten des Vietnam-Krieges. Grenzen betrachtete er als künstliche Konstrukte. Er bereiste 66 Länder und beabsichtige mit seinen Gedichten, Songs und Mantras nichts Geringeres als „die Seele der Menschen wieder erwecken“ und auch den blauen Planeten vor der Zerstörung retten. 
 
Wir erinnern an jenen Künstler, der uns lehrte, dass der Schrei nach Freiheit und das buddhistische Lächeln der Stille gut zusammenpassen. Wir hören Zeitgenossen und Freunde wie Lawrence Ferlinghetti, Gregory Corso oder Patti Smith, die sich an Ginsberg erinnern. Natürlich hören und sehen wir auch Allen Ginsberg selbst: seine Gedichte rezitierend in Peter Whiteheads legendärem Film „Wholly Communion“ und in Grace Yoons Radiofeature „Allen Ginsberg“; außerdem in einem Interview, dass er anno 1993 Judith Schnaubelt für den Zündfunk/ Bayern2 gab. Die Live-Klänge und Drones des Harmoniums, das Masako Ohta spielt, werden uns in eine besondere Atmosphäre versetzen. Enjoy."



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