Info
15.02.2014, 12:53 Uhr
Frank Piontek
Jean-Paul-Reihe
images/lpbblogs/logenlogo_164.jpg
Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Logen-Blog [350]: Mit traurigen Grüßen

Es bleibt bei der Depression. Selbst der fröhliche Fenk ist von des Gedankens Blässe angekränkelt, wenn er in einem Brief an Gustav bekennt, dass er irgendwann, wenn alle seine Lieben gestorben seien, einsam nach Hause gehen und sich einschließen werde und meinen Kopf auf den Arm mit den Augen legen und wünschen werde, dass mir das Herz breche, so gut wie meinen Bekannten.

Zwar zieht Amandus' Vater dieses Depressionsangebot sofort wieder zurück, indem er bekennt, dass er, Gustav, als der Jüngste und also Überlebende ja noch da sein wird, um ihn in das stille Land zu ziehen, wo sie zusammen den Frühling der Erde genießen werden – aber gesagt ist gesagt. Auch der Doktor, ein Mann der Aufklärung, ist nicht frei von verschatteten Neigungen.

Die Frage bleibe, was er noch tun und wie er leben würde, wenn Gustav, sein „angenommener“ Sohn, vor ihm sterben sollte. Ich sehe da so schwarz wie Fenk in diesen dunklen Augenblicken.



Kommentar schreiben
Verwandte Inhalte