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30.01.2014, 13:33 Uhr
Frank Piontek
Jean-Paul-Reihe
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Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Logen-Blog [335]: Ein - letzter? - Brief von Amandus

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Album amicorumAndenken guter Freunde oder Das Stammbuch des Friedrich Staib, 1805 bis 1814 getextet und gezeichnet in Pforzheim, Lörrach, Weil, Bingen und anderswo. Heute zu finden in der sog. Anna Amalia.

Gustav erhält einen Brief des Amandus, es könnte sein letzter sein. Die Freundschaft scheint sich zu erneuern, dazu braucht es die waltende Hand des Todes. Wenn du wieder mein Freund geworden bist: so gehe zu deinem, der bald sterben wird. Die Liebe des sterbenden Freundes kennt keine Scham, ein letzter Seufzer muss ihm gelten, da die „unerfüllten Seufzer“ das Leben ausmachten. Der Leser könnte in diesem „ausmachen“ fast einen wörtlichen Sinn entdecken, welcher der Freundschaft, die so drängend-schmerzvoll im Tode beschworen wird, fast schon posthum einen tiefen Sinn verleiht.



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