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25.12.2013, 15:55 Uhr
Frank Piontek
Jean-Paul-Reihe
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Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Logen-Blog [310]: Der Tag danach

Der magische Christheilige Abend ist nicht schöner zu genießen als durch eine Hoffnung. Den gestrigen heiligen Abend genoß ich durch die Hoffnung, daß ich ihn heute am Christtage beschreiben würde: diesen genieß' ich jetzt dadurch, daß ich mich des gestrigen Tags erinnern will.

Um den Turm flogen die heiligen Töne des Christmorgens, und der Morgenwind brachte sie schweigend – unter mir ging der finstere Strom mit seinen alten Wellen und mit ewigen Tönen – die Sternbilder des Himmels standen fest und hell, und die Wolken lagen, vom Nachtwind getürmt und von der tiefen heraufziehenden Sonne gefärbt, bergig in Osten – und in einigen der nächsten Häuser waren schon die Frucht- und Zuckerbäume angezündet, und die von der Musik zu bald geweckten Kinder hüpften um die brennenden Zweige und um das versilberte Obst.....

Der Jubelsenior: Appendix des Appendix oder meine Christnacht



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