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03.07.2026, 10:07 Uhr
Sara Gómez
Text & Debatte

INSOMNIA

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Symbolbild © Radfotosonn/Pixabay

Drei neue Gedichte von Sara Gómez umkreisen die Schlaflosigkeit..

*

INSOMNIA I

Insomnia fällt ein,
wirft ihre Truppen aus,
mir den Blick verdunkelnd, 
bis nichts mehr zu sehen ist, außer 
-


INSOMNIA II

Insomnia reitet aus,
was alt ist und am Kippen,
beginnt unter ihrem Blick zu gären,
Fäulnis macht sich breit,
die Königin der Nacht hat keine Nase,
sie zu atmen.
bringt uns knirschende Kiefer,
die Hufgetrappel imitieren,
Weichheit weicht unter ihrer Anwesenheit,
was hart war, wird unerträglich.
genüßlich rollt sie den schlaffen Stein auf deiner Brust,
auf und ab. ob sie dafür Geld nimmt, fragst du dich später,
murmelst ‚Dankbarkeit‘ nach deiner 19. Atemübung,
sie lacht sich scheckig.
noch im Stoßgebet begreifst du:
Schlaf verheißt Entspannung,
doch der Weg dorthin bedeutet Arbeit.


INSOMNIA III

du hast mich um den Schlaf gebracht, darling,
nicht, weil du zu laut atmest, nicht weil du mit den Füßen um dich trittst oder nicht-auszubuchstabierende Brocken aus der drübigen Welt stammelst, nicht, weil sich Hitze in konzentrischen Kreisen von dir ausdehnt und auch nicht, weil du nie aufstehen kannst, ohne Licht zu werden,
deine Abwesenheit, darling, hat mich um den Schlaf gebracht, glänzt astralfarben neben mir, wie ein hingebungsvoller Falter unter dem Brennglas, wie die vielen Sektflöten, von denen keine mehr weiß, wer woraus getrunken hat, wie die Eingebung am Morgen,
-
schon vergessen.