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(c) Museum im Malhaus, Wasserburg
Halbinselstraße 77
88142 Wasserburg
Öffnungszeiten: Di. 10.30-12.30 Uhr, Mi.: 10.30-12.30 Uhr u. 14.30-17.00 Uhr, Do.: 10.30-12.30 Uhr, Fr.: 10.30-12.30 Uhr, Sa.: 14.30-17.00 Uhr, So.: 10.30-12.30 Uhr u. 14.30-17.00 Uhr.
Telefon: 08382 / 750-457
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Museum im Malhaus

Ab den 1380er Jahren regieren in Wasserburg, damals noch eine Insel, die Grafen Montfort. Doch 1592 endet diese Herrschaft: Hans von Montfort hat sich nicht zuletzt durch seine Vorliebe für eindrucksvolle Bauten derart hoffnungslos verschuldet, dass sein Gläubiger und Schwiegervater Jakob Fugger, einer der reichsten Männer seiner Zeit, die Insel pfändet und die Macht in Wasserburg übernimmt. Damit geht auch die Blutgerichtsbarkeit in seine Hände über – weshalb er nur fünf Jahre später ein neues Gerichtshaus, das Malhaus, errichten lässt. Der Name erinnert an die alemannische Tradition, unter freiem Himmel, an sogenannten Thingplätzen oder Malstätten, Recht zu sprechen.

Im ersten Stock des Fuggerschen Malhauses findet sich der Gerichtssaal; dort werden die „Wasserburger Hexenprozesse“ abgehalten, denen das Haus eine schaurige Berühmtheit verdankt: Zwischen 1656 und 1664 werden hier 26 Personen gefangen gehalten, gefoltert und verurteilt. Der letzte Fuggersche Amtmann wird 1740 abberufen. Vermutlich schon 1746 wird in dem Malhaus eine Schulstube eingerichtet, die später in das Amtshaus gegenüber wechselt, während im Malhaus Lehrerwohnungen eingerichtet werden.

Mitte des 20. Jahrhunderts wird eine neue Schule errichtet, abseits der Halbinsel, die Wasserburg mittlerweile ist (1720 haben die Fugger einen Damm aufschütten lassen). In der Folge verlassen auch die Lehrer das Malhaus, in dem anschließend die Gemeindebibliothek untergebracht wird.

Mit einem erheblichen finanziellen Aufwand wird das Gerichtsgebäude in den Jahren 1978/79 saniert und renoviert. Am 5. 4. 1979 gründet sich der Verein Museum im Malhaus e.V., kurze Zeit darauf eröffnet das Museum mit einer Gedächtnis-Ausstellung für den Wasserburger Kunstmaler Franz Löffler (1875-1955). Bis heute konnten über 50 Sonderausstellungen im Malhaus gezeigt werden. Dazu kommen zwei literarische Dauerausstellungen: Im obersten Stockwerk präsentiert das Museum eine Sammlung nahezu aller Werke des in Wasserburg gebürtigen Schriftstellers Martin Walser sowie dessen Bezug zur Seegemeinde und viele Erinnerungsstücke an längst vergangene Tage. Im zweiten Stock erinnert eine „Gedächtnisecke“ an Horst Wolfram Geißler, den Dichter des „lieben Augustin“.