Thierschstraße 11
80538 München
Öffnungszeiten: Di, Do: 13-19 Uhr; Fr: 13-18.30 Uhr
Telefon: 089/299 775
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Tolstoi-Bibliothek

1947 beginnt die amerikanische Tolstoy-Foundation – eine Gründung von Alexandra Tolstoy, der jüngsten Tochter der russischen Schriftstellers Leo Tolstoi – ihre Tätigkeit in Deutschland. Aus deren Umfeld stammt die Gruppe russischer Flüchtlinge, die zwei Jahre später die Tolstoi-Bibliothek in München gründet. Die Bibliothek begreift sich als unabhängiges, nicht kommerzielles russisches Kulturzentrum. Sie verfolgt keine politischen Ziele. Ihre Aufgaben sind die Förderung, Erhaltung und Vermittlung russischer Kultur in Deutschland. Sie versteht sich zudem als Forum der Begegnung zwischen Nichtrussen und russischsprachigen Zuwanderern. Dies unterstreichen die zweimal im Monat stattfindenden Veranstaltungen u.a. mit Konzerten, Lesungen und Theateraufführungen.

Die Tolstoi-Bibliothek ist als Präsenz- und Leihbibliothek einer breiten Öffentlichkeit zugänglich (Buchausleihe). Deutschlandweit arbeitet sie durch direkten Buchversand und den Online-Katalog. Zusammen mit der Bibliothek der Tolstoy-Foundation in USA verkörpert sie eine der wichtigsten Sammlungen russischer Emigrationsliteratur in der Welt.

Kernstück ist die berühmte Sammlung russischer Emigrationsliteratur mit bibliophilen Schätzen aus aller Welt. Hierzu gehören in Berlin und Paris verlegte Raritäten aus den 1920er und 1930er Jahren. Zu nennen sind zum Beispiel handsignierte Erstausgaben von Vladimir Nabokov, Autor der berühmten Lolita (1955), und die Gesamtauflage des Tschechow-Verlags in den USA. Zum einmaligen Archiv zählen auch komplette Jahrgänge zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienener Emigrantenzeitschriften.

Tolstoi-Bibliothek: Außen- und Innenansicht

Der Buchbestand der Bibliothek umfasst rund 45.000 Bände in russischer Sprache. Neben zeitgenössischer und klassischer russischer Literatur, russischen Übersetzungen der Weltliteratur, besonders auch deutscher Literatur, werden Enzyklopädien, Fachbücher aus Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Religion, Kinderbücher und eine große Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften angeboten. 200 russische Videofilme ergänzen das Angebot.

Der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt München fördern die Bibliothek und ihr kulturelles Veranstaltungsprogramm. Immer stärker ist die Bibliothek jedoch auch auf private Spenden angewiesen.


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