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Die Ernst-Hoferichter-Preise 2014

Der Stiftungsbeirat der Ernst-Hoferichter-Stiftung beschloss in seiner Sitzung am 26. September, die Hoferichter-Preise 2014 in Höhe von je € 5.000,- an die Musikkabarettistin Sarah Hakenberg und den Filmemacher Marcus H. Rosenmüller zu vergeben. Die Preise werden am 4. Februar im Rahmen einer geschlossenen Festveranstaltung von Oberbürgermeister Christian Ude im Literaturhaus verliehen.

Die Ernst-Hoferichter-Preise wurden von Franzi Hoferichter, der Witwe des Münchner Schriftstellers, gestiftet. Mit ihnen werden seit 1975 jedes Jahr freischaffende Münchner Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Literatur und Kabarett ausgezeichnet, die – wie Ernst Hoferichter – Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden. Dem Stiftungsbeirat, der als Jury fungiert, gehören der Kulturreferent, Dr. Hans-Georg  Küppers (Vorsitz), der Leiter der Münchner Stadtbibliothek, Dr. Arne Ackermann, sowie  Wolfgang Görl, Dr. Brigitta Rambeck, Michael Skasa und Christian Ude an.

Mit dem Ernst-Hoferichter-Preis wurden bisher über 80 Autoren/innen und Kabarettisten/innen ausgezeichnet, darunter Herbert Achternbusch, Ernst Augustin, Doris Dörrie, Axel Hacke, Jörg Hube, Bruno Jonas, Ellis Kaut, Jörg Maurer, Erwin Pelzig, Maria Peschek, Gerhard Polt, Herbert Riehl-Heyse, Herbert Rosendorfer, Tilman Spengler, Keto von Waberer, Konstantin Wecker, die Wellküren und zuletzt Luise Kinseher und Gerd Holzheimer.

 

Jurybegründungen (Auszug)

Sarah Hakenberg

Sarah Hakenberg, nach eigener Aussage „während des Karnevals gezeugt“, in Köln geboren, als Kleinkind „verschleppt“ nach Zorneding in Bayern, im Münchner Pestalozzi-Gymnasium nachhaltig von etlichen Musen geküsst, hat sich nach einigen Schlenkern über Berlin und Frankreich an einer Adresse eingenistet, die ihr passt wie ein Handschuh: in der Schwabinger Occamstraße. Als ihren „Hauptwohnsitz“ gibt sie allerdings einen „Tisch der zweiten Klasse im ICE“ an, was angesichts ihres bereits bis 2015 gut gefüllten Tourplans quer durch alle deutschsprachigen Provinzen durchaus einleuchtet.

Laut SZ ist sie mit ihrem jüngsten Soloprogramm „Struwwelpeter reloaded“ endgültig in der „Champions League des deutschen Kabaretts“  angekommen - und zwar in der „Abteilung zartbitter, hundsgemein und Spaß dabei!“ … Man muss erlebt haben, wie sie das Klavier traktiert, die Stimme schmeicheln und klirren lässt und uns mit ihrem Zweitinstrumentder singenden Sägeden letzten Nerv zersägt, wenn sie mit süßem Wohllaut ihren treulosen Liebsten zu „zersägen erwägt“. Da drängt sich Wedekinds geschlachtete Tante auf, und Kreisler klingt an, wenn Sarah zum „Hündchen-lynchen-in-München“ aufbricht. Schmeichelhafte  Assoziationen, aber sie zielen zu kurz. Weit genauer trifft da immer noch eine bereits oft zitierte Definition des Phänomens Sarah Hakenberg (extremkabarett): „Schwarz wie Roald Dahl, unschuldig wie Astrid Lindgren und witzig wie Kishon, aber eben ausschließlich Hakenberg.“

 

Marcus H. Rosenmüller

Marcus H. Rosenmüller ist ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler, dessen unbändige Lust am Spiel und an der Inszenierung tief in der bairischen Mentalität und Tradition wurzelt. Heute gilt er als einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure und als wichtigster Vertreter des jungen bayerischen Heimatfilms.

Seine Stoffe schöpft Marcus H. Rosenmüller aus dem, was er sieht, hört und erlebt. Er selbst spricht ein kraftvolles Bairisch, das auch essentieller Bestandteil seines filmischen Erzählens ist. Die Unmittelbarkeit des gesprochenen Wortes ist für ihn, der einige Drehbücher seiner Filme selber verfasst und bei den meisten mitgearbeitet hat, ein wesentliches Element der Regiearbeit.

Viele von Rosenmüllers Kinofilmen spielen in der oberbayerischen Provinz, darunter sein erfolgreichster Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“ (2006), der fast zwei Millionen Zuschauer begeisterte. Das Besondere an Rosenmüllers Regiearbeit ist die Mischung der Genres: „Das Fantastische, Surrealistische, gemischt mit einem traditionellen Volkstheaterhumor – ich mag guten Komödienstadl genauso wie Valentin oder Luis Bunuel.“

2013 führte Marcus H. Rosenmüller erstmals Regie bei der Salvatorprobe am Nockherberg, und öfter mal tragen er und Gerd Baumann, der Komponist vieler seiner Filmmusiken, eigene Gedichte mit Musik vor: ein geniales Gespann.

Ausführliche Jurybegründungen unter www.muenchen.de/literatur

Weitere Informationen: Eva Schuster, Tel. 233-24347, und Katrin Dirschwigl, Tel. 233-21196