Bernhard Kellermann
Bernhard Kellermann wird 1879 als Sohn eines Beamten in Fürth geboren. Er entwickelt sich in den 1920er-Jahren zu einem der populärsten deutschen Schriftsteller, erlebt unter der NS-Diktatur publizistische Restriktionen, verbleibt jedoch in Deutschland. 1951 stirbt der Autor in Potsdam.
Werdegang
Kellermanns Vorfahren sind alteingesessene protestantische Bauern und Handwerker. Die Jugend verbringt er in Ansbach und Nürnberg. Nach dem Abitur und dem Besuch einer Kunstgewerbeschule verlässt er Franken, um in München an der Technischen Hochschule zu studieren; bald wechselt er jedoch, seinen künstlerischen Neigungen entsprechend, zur Germanistik und Malerei. Zahlreiche Reisen führen den jungen Dichter zunächst nach Rom, dann durch ganz Europa, Asien sowie Amerika, wovon noch seine Reisebücher zeugen. Ab 1906 lebt er wieder in Grünwald bei München und in Paris. Seit 1909 ist Kellermann als freier Schriftsteller in Schöneberg bei Berlin ansässig.
Während des Ersten Weltkrieges arbeitet Kellermann als Kriegsberichterstatter für die Berliner Morgenpost und wird in den 20er Jahren zu einem der populärsten deutschen Schriftsteller. Als Mitglied der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste schließen ihn die Nationalsozialisten 1933 aus, obwohl er die von Gottfried Benn verlangte Loyalitätserklärung der Sektion zum NS-Staat unterzeichnet – sein pazifistischer Roman Der 9. November wird öffentlich verbrannt. Trotz Ausgrenzung bzw. empfindlicher publizistischer Restriktionen bleibt Kellermann in Deutschland – das Angebot, ein antiamerikanisches Buch zu schreiben, lehnt er ab. Nach 1945 setzt er auf einen politischen Neubeginn und bietet dem sowjetischen Militärkommandanten der Stadt Berlin seine Dienste zur Mitarbeit an.
Wichtige Werke (Auswahl)
Kellermanns erste literarische Veröffentlichungen, „lyrische Romane“ nach dem Vorbild impressionistischer Stimmungsbilder, erscheinen 1904. Der entscheidende Durchbruch gelingt ihm mit dem Science-Fiction-Roman Der Tunnel (1913), der, in 25 Sprachen übersetzt, von einem utopischen, Europa und Amerika verbindenden Tunnelbau handelt und bis 1943 373 Auflagen erreicht. 1920 erscheint der Roman Der 9. November, 1948 der Roman Totentanz. Während der Zeit des Nationalsozialismus verfasst Kellermann Trivialromane wie Lied der Freundschaft (1935), Das blaue Band (1938) und Meine Reisen in Asien (1940).
Preise & Auszeichnungen
Für seinen Roman Totentanz erhält er 1949 den Nationalpreis der DDR und wird als Abgeordneter in die Volkskammer entsandt.
Mitgliedschaften
1945 wird Kellermann Mitbegründer und Vizepräsident des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. 1950 ist er Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste.
Sekundärliteratur:
Noack, Bernd (2007): Mit Licht und Schatten gepflastert. Elf literarische Erkundungen in Fürth (Auf den Spuren der Dichter und Denker durch Franken, 5). Schrenk-Verlag, Gunzenhausen, S. 51-58.
Ohm, Barbara (2001): Bernhard Kellermann. Zum 50. Todestag des in Fürth geborenen Autors. In: Fürther Heimatblätter 51, S. 97-135.
Treuheit, Klaus (2000): Bernhard Kellermann. Der Moralist aus Fürth. In: Flessner, Bernd (Hg.): Visionäre aus Franken. Sechs phantastische Biographien. Schmidt Verlag, Neustadt an der Aisch, S. 101-112.
Externe Links:
Literatur von Bernhard Kellermann im BVB
Bernhard Kellermann wird 1879 als Sohn eines Beamten in Fürth geboren. Er entwickelt sich in den 1920er-Jahren zu einem der populärsten deutschen Schriftsteller, erlebt unter der NS-Diktatur publizistische Restriktionen, verbleibt jedoch in Deutschland. 1951 stirbt der Autor in Potsdam.
Werdegang
Kellermanns Vorfahren sind alteingesessene protestantische Bauern und Handwerker. Die Jugend verbringt er in Ansbach und Nürnberg. Nach dem Abitur und dem Besuch einer Kunstgewerbeschule verlässt er Franken, um in München an der Technischen Hochschule zu studieren; bald wechselt er jedoch, seinen künstlerischen Neigungen entsprechend, zur Germanistik und Malerei. Zahlreiche Reisen führen den jungen Dichter zunächst nach Rom, dann durch ganz Europa, Asien sowie Amerika, wovon noch seine Reisebücher zeugen. Ab 1906 lebt er wieder in Grünwald bei München und in Paris. Seit 1909 ist Kellermann als freier Schriftsteller in Schöneberg bei Berlin ansässig.
Während des Ersten Weltkrieges arbeitet Kellermann als Kriegsberichterstatter für die Berliner Morgenpost und wird in den 20er Jahren zu einem der populärsten deutschen Schriftsteller. Als Mitglied der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste schließen ihn die Nationalsozialisten 1933 aus, obwohl er die von Gottfried Benn verlangte Loyalitätserklärung der Sektion zum NS-Staat unterzeichnet – sein pazifistischer Roman Der 9. November wird öffentlich verbrannt. Trotz Ausgrenzung bzw. empfindlicher publizistischer Restriktionen bleibt Kellermann in Deutschland – das Angebot, ein antiamerikanisches Buch zu schreiben, lehnt er ab. Nach 1945 setzt er auf einen politischen Neubeginn und bietet dem sowjetischen Militärkommandanten der Stadt Berlin seine Dienste zur Mitarbeit an.
Wichtige Werke (Auswahl)
Kellermanns erste literarische Veröffentlichungen, „lyrische Romane“ nach dem Vorbild impressionistischer Stimmungsbilder, erscheinen 1904. Der entscheidende Durchbruch gelingt ihm mit dem Science-Fiction-Roman Der Tunnel (1913), der, in 25 Sprachen übersetzt, von einem utopischen, Europa und Amerika verbindenden Tunnelbau handelt und bis 1943 373 Auflagen erreicht. 1920 erscheint der Roman Der 9. November, 1948 der Roman Totentanz. Während der Zeit des Nationalsozialismus verfasst Kellermann Trivialromane wie Lied der Freundschaft (1935), Das blaue Band (1938) und Meine Reisen in Asien (1940).
Preise & Auszeichnungen
Für seinen Roman Totentanz erhält er 1949 den Nationalpreis der DDR und wird als Abgeordneter in die Volkskammer entsandt.
Mitgliedschaften
1945 wird Kellermann Mitbegründer und Vizepräsident des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. 1950 ist er Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste.
Noack, Bernd (2007): Mit Licht und Schatten gepflastert. Elf literarische Erkundungen in Fürth (Auf den Spuren der Dichter und Denker durch Franken, 5). Schrenk-Verlag, Gunzenhausen, S. 51-58.
Ohm, Barbara (2001): Bernhard Kellermann. Zum 50. Todestag des in Fürth geborenen Autors. In: Fürther Heimatblätter 51, S. 97-135.
Treuheit, Klaus (2000): Bernhard Kellermann. Der Moralist aus Fürth. In: Flessner, Bernd (Hg.): Visionäre aus Franken. Sechs phantastische Biographien. Schmidt Verlag, Neustadt an der Aisch, S. 101-112.
