Info
Geb.: 27. 2.1992 in Königsbrunn

Veronika Raila

Veronika Railas Veröffentlichungen sind facettenreich, wortgewaltig und eindringlich. Die junge Autistin, die nicht lautsprachlich kommunizieren kann und körperlich eingeschränkt ist, hat sich dem für sie zugewiesenen Bildungssystem entgegengestellt und sich einen Platz in der literarischen Welt erkämpft. Von lyrischen Werken über einen dokumentarischen Essay bis hin zu einer szenischen Lesung – ihr literarisches Portfolio ist breit gesteckt. 

Werdegang

Veronika Raila, geboren 1992, besucht vorerst eine Förderschule in Augsburg und kämpft sich peu à peu in das höhere Bildungssystem. Trotz Widrigkeiten und ihrer körperlichen Einschränkung kann sie das Privatgymnasium Maria-Stern in Augsburg besuchen und sich ab 2008 als Gaststudentin an der Universität Augsburg literarisch weiterbilden. 

Wichtige Werke (Auswahl)

Bereits 2007 veröffentlicht sie ihr erstes lyrisches Werk Wasser eine traumhafte Erscheinung. Mit dem Werk Das Sandmädchen verarbeitet sie literarisch ihren Weg aus dem inneren Verlies, aus deren Dunkelheit sie durch Erhellung der eigenen literarischen Verwirklichung herausfindet. 

2024 wird Die mystischen Dialoge von Margareta Ebner und Heinrich von Nördlingen uraufgeführt. In diesem Werk formt sie aus dem Briefwechsel der Mystikerin Margareta Ebner mit ihrem Beichtvater Heinrich von Nördlingen aus dem 14. Jahrhundert ein Theaterstück. 

Stil / Rezeption 

Raila bewegt sich in ihren literarischen Werken u.a. zwischen religiöser Metaphorik und Sozialkritik. Neben der Reise durch die verschiedenen literarischen Gattungen sind sie inspiriert von einem facettenreichen Portfolio literarischer Epochen: von der Dramatisierung eines mittelalterlichen Briefwechsels über dadaistische poetologische Programme. Zwar ist die Autorin im realen Leben stumm, aber umso ausdrucksstärker in ihrem literarischen Schaffen. Über sich selbst befindet sie: „Ich habe nur das Schreiben, um mich mitzuteilen, das Schreiben um meine Gefühle und Gedanken auszudrücken. Das Schreiben ist meine Verbindung zur Außenwelt – hätte ich dieses Schreiben nicht, würde ich in der Tiefe eines vergessenen Brunnens sitzen.“

Preise & Auszeichnungen 

Ihren ersten Preis nimmt Raila bei der on3-Lesereihe des Bayerischen Rundfunks im Jahr 2010 für Das Sandmädchen entgegen. Die Verfilmung dieses Werks (Regie: Mark Michel) wird in vielfältiger Weise, u.a. dem DRK Medienpreis (2018), gewürdigt. Ebenso honorieren die Zulassung des Bayerischen Kultusministeriums als Fortbildungsfilm für alle bayerischen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrenden ihr Schaffen als Autorin.

 

Quellen:

Veronika Raila: Vronis Wunder. Sprachlos wortreich. Augsburg, 2010.

Dies.: Das Sandmädchen. In: Schwäbische Schriftstellerinnen, Schwabenspiegel, Jahrbuch 2013, S. 82-85.

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