Info
Geburtsjahr: 1639
Gest.: 26.8.1691 in Nürnberg
Namensvarianten: geb. Fink; Magdalis (Pseud.)

Regina Magdalena Limburger

Regina Magdalena Limburger wird als Tochter des Petrus Fink (1608-1663), Pfarrer zu Habburg im Nürnberger Land, und dessen Frau Magdalena, geb. Zimmerer geboren. Am 15. Juni heiratet Regina Magdalena den Pfarrer in Kraftshof bei Nürnberg und Dichter des Pegnesischen Blumenordens Martin Limburger (1637-1692).

Zusammen mit drei gelehrten Dichterinnen wird Regina Magdalena Limburger 1668 in den Blumenorden aufgenommen. Nach dessen Schriftführer Johann Herdegen war sie „nicht nur eine sonderbare Liebhaberin der Dicht-Kunst / sondern brachte es auch durch die Anweisung ihres geliebtesten Ehe-Gatten so weit / daß sie eines und das andere artige Gedicht zu Papier gebracht.“ Noch im selben Jahr wird sie vom Ordenspräses Sigmund von Birken zur kaiserlichen Dichterin gekrönt.

Regina Magdalena erhält den Ordensnamen „Magdalis“ und zur Blume die „Dreyfaltigkeitsblume“ mit der Beischrift „Jm Herzen gepflanzet“ mit folgenden Erklärungen:

Prangt / Gärten! Die ihr seit! Ach! Keiner schöner ist / als / wo die Blumen stehn / die Drey in Einem weisen. / Wohl meinem Herzen-Feld / wann seine Blum du bist / du DreygeEinter Gott! Der Wirt / den Gast soll preisen.

Jhr Gärten! prangt und grünt; da keiner schöner ist / Als wo die Blumen stehn / die drey in Einem weisen / Wol meinem Herzens-Feld! wann du die Blume bist / Du drey-geeinter Gott! der Wirth den Gast soll preisen.

Im Druck erscheinen von Regina Magdalena Limburger ein Trauergedicht auf Birkens erste Frau Margaretha Magdalena (1610-1670) in dessen Todes-Gedancken und Todten-Andenken, ein Ehrengedicht in dessen Guelfis, ein weiteres für Maria Katharina Stockfleth im zweiten Teil ihrer Macarie sowie ein Lobgedicht auf Mornille im ersten Teil von Birkens Pegnesis von 1673. Daneben sind – zusammen mit ihrem Mann – einzelne handschriftliche Gedichte an Birken, ein Hochzeitsgedicht für Ferdinand Sigmund Kress (1641-1704) und dessen Frau und Trauerschriften für Regina Magdalena Limburger selbst überliefert.

Ihr Bildnis ist eine Kupferstichdarstellung mit stilisierten Blüten und einem Verstext auf Schriftbändern ihres einzigen Sohnes Conrad Martin Limburger (1660-1730).

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Jürgensen, Renate (2006): Melos conspirant singuli in unum. Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg (1644-1744) (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen, 50). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, S. 326f.

Scheitler, Irmgard (2007): Poesie und Musik im Umfeld der Nürnberger Pegnitzschäferinnen. Nürnberg als „Ort kulturellen Handelns“. In: Rode-Breymann, Susanne (Hg.): Orte der Musik. Kulturelles Handeln von Frauen in der Stadt. Böhlau Verlag, Köln u.a., S. 35-65.

Skowronek, Susanne (2000): Autorenbilder. Wort und Bild in den Porträtkupferstichen von Dichtern und Schriftstellern des Barock. Königshausen & Neumann, Würzburg, S. 147-150.

Woods, Jean M.; Fürstenwald, Maria (1984): Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und gelehrte Frauen des deutschen Barock. Ein Lexikon (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, 10). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, S. 63.


Externe Links:

Ehren-Zuruff der Blum-genossen (auf Maria Katharina Stockfleth)

Porträtbild von Regina Magdalena Limburger bei Tripota

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