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Geb.: 14. 1.1756 in Ehrenbreitstein
Gest.: 5. 2.1822 in München
Kupferstich in Punktiermanier nach einem Gemälde (Bayerische Staatsbibliothek München/Porträtsammlung)
Namensvarianten: Joseph Maria von Babo, Joseph Marius Franz von Babo

Joseph Marius von Babo

Der Sohn eines kurtrierischen Hauptmanns studiert am Jesuitenkolleg in Koblenz und wirkt ab 1774 als Sekretär am neugegründeten Mannheimer Hoftheater. Von 1778 bis 1789 Intendant der kurfürstlichen Theatergesellschaft, lässt er sich 1781 in München nieder, wo er Vorlesungen über Philosophie und Ästhetik am Lyzeum gibt und bis 1784 als freier Schriftsteller und Publizist lebt. In dieser Zeit verfasst er eine Reihe von Dramen und Singspielen und gibt zusammen mit Johann Baptist Strobl und Lorenz Hübner die Theaterzeitschrift Der dramatische Censor heraus.

Als Dramatiker macht Babo sich vor allem einen Namen durch seine in der Nachfolge von Goethes Götz von Berlichingen geschriebenen Ritterdramen. Sein erfolgreichstes Stück ist Otto von Wittelsbach, Pfalzgraf von Bayern (1782), das noch bis 1886 in München aufgeführt wird. Sein zeitgleiches Drama Oda, die Frau von zween Männern kann darüber hinaus als Seitenstück zu Goethes Stella betrachtet werden.

Neben historisch-patriotischen Dramen versucht Babo sich auch in der Abfassung von Lustspielen, um so u.a. Lorenz von Westenrieders Forderung nach „einheimischen“ Komödien umzusetzen. Mit Das Fräulein Wohlerzogen (1783) liefert er ein bühnenwirksames „Sittengemälde aus München“, das den Kontrast zwischen bürgerlich-aufklärerischen Werten und adlig-affektierten Lebensweisen besonders hervorhebt.

1784 entfacht Babos anonyme Schrift Über Freymaurer. Erste Warnung erstmals die öffentliche Diskussion um den republikanischen Illuminatenorden und gibt damit einen der ersten Anlässe zur Verfolgung seiner Mitglieder. Die zeitgleich auf bayerische Verhältnisse bezogene, der Empfindsamkeit stark verpflichtete Erzählung Gemälde aus dem Leben der Menschen (1784) enthält bereits eine scharfe Kritik am antireligiösen Rationalismus und Sensualismus einer nicht näher bezeichneten geheimbündlerischen Sekte.

1789-99 wird Babo Studiendirektor der neuen Militärakademie, 1791 außerdem Zensurrat in der kurfürstlichen Bücherzensurkommission. Als Theaterkommissar (1792) und Intendant ist er bis 1810 am Münchner Hoftheater tätig. Seine Hauptaufgabe besteht in der Sanierung der Staatskasse und der Finanzierung des neu zu erbauenden Nationaltheaters.

1807 wird Babo als Ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Er stirbt im Alter von 66 Jahren in München, wo er am Alten Südfriedhof begraben liegt.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Niessen, Carl: Babo, Joseph Marius von. In: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 481, http://www.deutsche-biographie.de/pnd118988107.html, (26.03.2012).


Externe Links:

Literatur von Joseph Marius von Babo im BVB

Literatur über Joseph Marius von Babo im BVB

Joseph Marius von Babo in der BLO

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