Info
Geb.: 24. 2.1501 in Augsburg
Gest.: 19.6.1554 in Augsburg
Titel: M.A.
Namensvarianten: Sixtus Byrck, Birk, Birken, Christoph Birck; Xystus Betulius, Betuleius

Sixt Birck

Sixt Birck wird als Sohn eines Tuchmachers geboren und besucht die Augsburger Domschule. Nach dem Empfang der niederen Weihen studiert er 1520-23 in Erfurt und Tübingen, wo er mit dem Baccalaureat abschließt. Auf Konrad Peutingers Rat zieht er nach Basel, studiert Griechisch, Hebräisch, Theologie und Jurisprudenz bei Heinrich Glarean, der seine literarischen Interessen fördert, Konrad Pelican, Johannes Oekolampad und Bonifacius Amerbach. Er arbeitet als Lektor für Buchdrucker, ab 1530 als Schulmeister in Klein-Basel. 1534 wird Birck Rektor des Pädagogiums im ehemaligen Dominikanerkloster, erwirbt zwei Jahre später den Magister und kehrt als Rektor des St.-Anna-Gymnasiums in seine Heimatstadt Augsburg zurück. Einen Ruf nach Bern lehnt er trotz Einführung des Interims ab. Zugleich wird er erster Bibliothekar der 1537 neugegründeten Augsburger Stadtbibliothek.

Birck ist der erste gelehrte Pädagoge, der deutsche Schauspiele verfasst. Sein Schaffen als Reformationsdramatiker lässt sich mit seinen Wirkungsstätten in zwei Phasen einteilen: in Basel bringt er biblische Dramen in deutscher Sprache zur Aufführung, in Augsburg schreibt er lateinische Stücke fürs Schultheater. Die für die protestantische Tendenzdramatik charakteristischen biblischen Stoffe vereinen traditionelle Strukturen des Schweizer Bürgerspiels mit Bauformen des humanistischen Dramas. Exemplarische Verhaltensweisen in den gerichtlichen und höfischen disputationes sollen das staatsbürgerliche Verantwortungsbewusstsein stärken. Während Ezechias (1530) noch die von Gott über die Vermittlung des Propheten bewirkte Abwendung des dem König von Juda drohenden Kriegsangriffs zeigt, führt Susanna (1532) die zu Unrecht wegen Ehebruchs zum Tode verurteilte Titelheldin als rehabilitierte gottesfürchtige Gattin vor. Bircks philologisch-theologische Gelehrtentätigkeit gipfelt in der Kommentierung der philosophischen Schriften Ciceros sowie der 1563 posthum herausgegebenen Werkausgabe des Laktanz. Auch als Verfasser von geistlichen Liedern tut er sich hervor.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Hartmann, Alfred: Birk, Sixt. In: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 256, http://www.deutsche-biographie.de/pnd118859730.html, (27.12.2011).


Externe Links:

Literatur von Sixt Birck im BVB

Literatur über Sixt Birck im BVB

Sixt Birck in der BLO

Werke bei zeno.org

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