Info
Geb.: 10. 7.1849 in Leipzig
Namensvarianten: geb. Schultze; Mario Adelmi (Pseud.)
Wirkungsorte:
Nürnberg

Melanie Steinrück

Die Tochter eines Versicherungsdirektors und einer Französin wächst nach dem Tod des Vaters in Basel auf. Weil sie sich dort unglücklich fühlt, verlegt ihre Mutter den Wohnsitz nach Freiburg im Breisgau.

Eine Zeitlang wirkt Melanie als Erzieherin, bis sie eine Stelle als Vorsteherin der Bassinbäder in Badenweiler erhält, die sie über 10 Jahre innehat. Ihre dreizehnjährige Ehe mit dem Zeitungsherausgeber Steinrück verläuft nach der Übersiedlung nach Nürnberg leider nicht glimpflich. Der Sohn aus der Ehe verbleibt bei ihr.

Schon früh, meist auf dem Schulweg, verfasst Melanie ihre ersten Gedichte. Ihre erste Novelle Miss Alice erscheint im Oberrheinischen Kurier. Bis zu ihrer Heirat hat sie mehrere Romane und Novellen, teils in mehrfacher Auflage, geschrieben (Badenweiler Novellen, 2 Bde. 1882; Badegast, 1883; Der Wahnsinnige, 2. Aufl. 1884). Danach versiegt – wohl bedingt durch die unerquicklichen Eheverhältnisse – ihre schriftstellerische Tätigkeit.

Ein Lustspiel u.d.T. Emil Wilfried wird 1886 am Nürnberger Stadttheater, die Kinderkomödie König Drosselbart (1898) mehrmals am Nürnberger und Fürther Stadttheater aufgeführt. Auch eine Märchendichtung (Der geraubte Schleier), mit Musik des Nürnberger Komponisten Anton Meyer, sowie ein Schauspiel in 4 Akten u.d.T. Waldemar stammen aus ihrer Feder.

Am 23. März 1894 wird Melanie Steinrück in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen, aus dem sie nur wenige Zeit später (1897?) wieder austritt.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:
Pataky, Sophie (1898): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Bd. 2. Berlin, S. 329f. URL: http://www.zeno.org/nid/20009078703, (09.06.2020).