Info
Geb.: 13.10.1641 in Königsberg
abweich. Datum: 1637
Gest.: 16.2.1705 in Königsberg
Namensvarianten: geb. Eifler; Gertrud Möller, Gertraud Moller, Gertraud Möller; Mornille, Mirnello (Pseud.)
Wirkungsorte:
Nürnberg

Gertrud Moller

Die Tochter des Königsberger Physikprofessors Michael Eifler (1601-1657) macht schon in ihrer Jugend auf ihr künstlerisches Talent aufmerksam. 1656 heiratet sie den Medizinprofessor Peter Moller (1628-1680), dem sie 15 Kinder schenkt, von denen nur drei das Erwachsenenalter erreichen. 1671 richtet Gertrud Moller ein Aufnahmegesuch an den Ordenspräsidenten des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, Sigmund von Birken, mit dem Hinweis, dass sie „bereits etliche hundert Sonnet- und Ringel-Oden, auch 4 Theile Arien jeden in 60. Oden bestehend, und 24. oder 30. Bogen von der Rose in Saron“ abgeschlossen habe. Im selben Jahr wird sie in den Blumenorden aufgenommen.

Gertrud erhält den Ordensnamen „Mornille“ und zur Blume den „Ehren-Preis oder Veronica“ mit der Beischrift „Des Himmels im Herzen gebildet“ mit folgender Erklärung: „Hier ist Veronica! mein Herze / nicht ein Tuch / Trägt Jesu Leidens-Bild / den Himmel auf der Erden / Wer will / die Granadill in meiner Seele such / Da soll mit Ehren-Preis Sie stets gefunden werden.“

Gertrud Moller ist eine der wenigen Dichterinnen des 17. Jahrhunderts, denen eine eigene Sammlung zuteil wird. 1672 erscheint in Hamburg ihr Werk Parnaßblumen oder geistliche und weltliche Gedichte, mit einer Widmung an die polnische Königin Eleonora Maria (1653-1697); 1692 eine weitere Anthologie in Königsberg, 1693 ihre Geistlichen Sonette, 1696 ihre Geistlichen Oden.

Ihr zeitgenössisches Andenken wird durch Christian Franz Paullinis Lexikon Hoch- und wohlgelahrtes teutsches Frauen-Zimmer (1705) bewahrt. Noch ihre Beisetzung auf Staatskosten Friedrich I. von Preußen (1657-1713) zeugt von ihrem hohen Ansehen als Dichterin. 

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Jürgensen, Renate (2006): Melos conspirant singuli in unum: Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg (1644-1744). Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, S. 395-399.

Scheitler, Irmgard (2007): Poesie und Musik im Umfeld der Nürnberger Pegnitzschäferinnen. Nürnberg als „Ort kulturellen Handelns“. In: Rode-Breymann, Susanne (Hg.): Orte der Musik. Kulturelles Handeln von Frauen in der Stadt. Böhlau Verlag, Köln u.a., S. 35-65.


Externe Links:

Literatur von Gertrud Moller im BVB

Literatur über Gertrud Moller im BVB

Gertrud Moller in der Deutschen Biographie

Gertrud Moller in der Wikipedia

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