Michael Kumpfmüller
Michael Kumpfmüller ist ein Münchner Autor. In seinen Romanen schöpft er aus politischen, literarischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, um ihnen eine neue, erzählerische Bedeutung abzugewinnen.
Werdegang
Michael Kumpfmüller wächst im Norden von München in Unterschleißheim auf. Nach dem Abitur, das er im Jahr 1980 am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching absolviert, studiert er Deutsche Literatur und Geschichte in Tübingen, Wien und Berlin, wo er ab 1986 lebt. Neben dem Studium arbeitet er als freier Journalist; 1994 schließt er es mit seiner Dissertation Die Schlacht von Stalingrad. Metamorphosen eines deutschen Mythos ab. Kumpfmüller arbeitet zwischen 1996 und 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin, ab 1999 ist er freier Schriftsteller und Journalist. Seine Erzählungen, Reportagen, Essays und Porträts erscheinen in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen. In den Jahren 2004 bis 2017 ist er mit der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse verheiratet. Er hat drei Söhne.
Wichtige Werke (Auswahl)
2000 erscheint Kumpfmüllers Debütroman Hampels Fluchten im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Darauf folgen die Romane Durst (2003) und Nachricht an alle (2008). Sein 2011 veröffentlichter Roman Die Herrlichkeit des Lebens wird in Dutzende Sprachen übersetzt und 2024 unter der Regie von Georg Maas und Judith Kaufmann verfilmt. Bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen außerdem die Romane Tage mit Ora (2018), Ach, Virginia (2020), Mischa und der Meister (2022) sowie Wir Gespenster (2024). 2026 veröffentlicht er seinen Drei-Generationen-Roman Böse Kinder im Schöffling Verlag.
Stil / Rezeption
Michael Kumpfmüllers Erstlingswerk Hampels Fluchten findet als deutsch-deutscher „Schelmenroman“ (DER SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, Focus) zwischen Weltkrieg und Wende vielfache Beachtung. Wolfgang Höbel urteilt im SPIEGEL: „Kumpfmüller schreibt (…) in wirbelndem Sprachsog, geschickten Zeitsprüngen und einem wunderbar sicheren, sanft ironischen Ton.“
Den Stoff für seine Romane entnimmt Kumpfmüller häufig direkt aus dem Leben, dem es eine „literarische Wahrheit“ (Höbel) zu entlocken gilt; bei Hampels Fluchten dienen ein bereits verstorbener Onkel und die „eigene Familiengeschichte“ als Inspiration, wie er im Interview mit dem Tagesspiegel verrät. Durst wiederum beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 1999 ereignet, als eine junge Frau ihre beiden Kinder in einer Plattenbauwohnung verdursten lässt. Während Kumpfmülller in Nachricht an alle ergründet, was es bedeutet, Politiker zu sein, meistert er mit Die Herrlichkeit des Lebens die schwierige Aufgabe, „über die Literaturgeschichte hinauszugehen, ohne in einen Widerspruch zu ihr zu geraten“ (Oliver Jungen, F.A.Z.) und porträtiert die Liebesbeziehung zwischen Franz Kafka und Dora Diamant. In einer Rezension zu Wir Gespenster wird die für Kumpfmüller typische Umsetzung von Fakt in Fiktion treffend charakterisiert: „Kumpfmüller gelingt es meisterhaft, das seltsame Getümmel des realen Lebens in die Sphäre des vollkommen Flüchtigen zu versetzen und dort in Poesie zu verwandeln.“ (Berliner Morgenpost)
Preise & Auszeichnungen
1993 erhält Michael Kumpfmüller den Walter-Serner-Preis für Krimigeschichten, 1996 den Werner-Hahlweg-Förderpreis für seine Dissertation über die Schlacht von Stalingrad. Ein Jahr später erhält er den Katholischen Journalistenpreis. Des Weiteren ist er zweimal für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert. 2000 teilt er sich mit Thomas Hallet den Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes für den Film Kalte Herzen.
Kumpfmüller erhält mehrere Arbeitsstipendien des Deutschen Literaturfonds Darmstadt: 1998 für Hampels Fluchten, 2005 für Nachricht an alle und 2014 für Die Erziehung des Mannes. 2007 wird er für Nachricht an alle mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet; des Weiteren erhält er ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats. 2011 steht er mit „Die Herrlichkeit des Lebens“ auf der Shortlist des Wilhelm-Raabe-Preises. 2016 ist Die Erziehung eines Mannes für den Deutschen Buchpreis nominiert (Longlist). 2017 erhält Kumpfmüller das Reisestipendium „Literarischer Landgang“ des Literaturhauses Oldenburg.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
2019 hat Kumpfmüller eine Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller an der Universität Paderborn inne.
Sekundärliteratur:
Kumpfmüller, Michael. In: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv, URL:
http://www.munzinger.de/document/00000014211, (25.06.2026).
Externe Links:
Literatur von Michael Kumpfmüller im BVB
Michael Kumpfmüller ist ein Münchner Autor. In seinen Romanen schöpft er aus politischen, literarischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, um ihnen eine neue, erzählerische Bedeutung abzugewinnen.
Werdegang
Michael Kumpfmüller wächst im Norden von München in Unterschleißheim auf. Nach dem Abitur, das er im Jahr 1980 am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching absolviert, studiert er Deutsche Literatur und Geschichte in Tübingen, Wien und Berlin, wo er ab 1986 lebt. Neben dem Studium arbeitet er als freier Journalist; 1994 schließt er es mit seiner Dissertation Die Schlacht von Stalingrad. Metamorphosen eines deutschen Mythos ab. Kumpfmüller arbeitet zwischen 1996 und 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin, ab 1999 ist er freier Schriftsteller und Journalist. Seine Erzählungen, Reportagen, Essays und Porträts erscheinen in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen. In den Jahren 2004 bis 2017 ist er mit der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse verheiratet. Er hat drei Söhne.
Wichtige Werke (Auswahl)
2000 erscheint Kumpfmüllers Debütroman Hampels Fluchten im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Darauf folgen die Romane Durst (2003) und Nachricht an alle (2008). Sein 2011 veröffentlichter Roman Die Herrlichkeit des Lebens wird in Dutzende Sprachen übersetzt und 2024 unter der Regie von Georg Maas und Judith Kaufmann verfilmt. Bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen außerdem die Romane Tage mit Ora (2018), Ach, Virginia (2020), Mischa und der Meister (2022) sowie Wir Gespenster (2024). 2026 veröffentlicht er seinen Drei-Generationen-Roman Böse Kinder im Schöffling Verlag.
Stil / Rezeption
Michael Kumpfmüllers Erstlingswerk Hampels Fluchten findet als deutsch-deutscher „Schelmenroman“ (DER SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, Focus) zwischen Weltkrieg und Wende vielfache Beachtung. Wolfgang Höbel urteilt im SPIEGEL: „Kumpfmüller schreibt (…) in wirbelndem Sprachsog, geschickten Zeitsprüngen und einem wunderbar sicheren, sanft ironischen Ton.“
Den Stoff für seine Romane entnimmt Kumpfmüller häufig direkt aus dem Leben, dem es eine „literarische Wahrheit“ (Höbel) zu entlocken gilt; bei Hampels Fluchten dienen ein bereits verstorbener Onkel und die „eigene Familiengeschichte“ als Inspiration, wie er im Interview mit dem Tagesspiegel verrät. Durst wiederum beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 1999 ereignet, als eine junge Frau ihre beiden Kinder in einer Plattenbauwohnung verdursten lässt. Während Kumpfmülller in Nachricht an alle ergründet, was es bedeutet, Politiker zu sein, meistert er mit Die Herrlichkeit des Lebens die schwierige Aufgabe, „über die Literaturgeschichte hinauszugehen, ohne in einen Widerspruch zu ihr zu geraten“ (Oliver Jungen, F.A.Z.) und porträtiert die Liebesbeziehung zwischen Franz Kafka und Dora Diamant. In einer Rezension zu Wir Gespenster wird die für Kumpfmüller typische Umsetzung von Fakt in Fiktion treffend charakterisiert: „Kumpfmüller gelingt es meisterhaft, das seltsame Getümmel des realen Lebens in die Sphäre des vollkommen Flüchtigen zu versetzen und dort in Poesie zu verwandeln.“ (Berliner Morgenpost)
Preise & Auszeichnungen
1993 erhält Michael Kumpfmüller den Walter-Serner-Preis für Krimigeschichten, 1996 den Werner-Hahlweg-Förderpreis für seine Dissertation über die Schlacht von Stalingrad. Ein Jahr später erhält er den Katholischen Journalistenpreis. Des Weiteren ist er zweimal für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert. 2000 teilt er sich mit Thomas Hallet den Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes für den Film Kalte Herzen.
Kumpfmüller erhält mehrere Arbeitsstipendien des Deutschen Literaturfonds Darmstadt: 1998 für Hampels Fluchten, 2005 für Nachricht an alle und 2014 für Die Erziehung des Mannes. 2007 wird er für Nachricht an alle mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet; des Weiteren erhält er ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats. 2011 steht er mit „Die Herrlichkeit des Lebens“ auf der Shortlist des Wilhelm-Raabe-Preises. 2016 ist Die Erziehung eines Mannes für den Deutschen Buchpreis nominiert (Longlist). 2017 erhält Kumpfmüller das Reisestipendium „Literarischer Landgang“ des Literaturhauses Oldenburg.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
2019 hat Kumpfmüller eine Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller an der Universität Paderborn inne.
Kumpfmüller, Michael. In: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv, URL:
http://www.munzinger.de/document/00000014211, (25.06.2026).
