Die französische Résistance in Dachau

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Edmond Michelet, Briefmarke der französischen Postverwaltung von 1975

Durch seine Arbeit gelang es ihm, die inhaftierten Mitglieder der Résistance wieder zusammenführen.

Diese Gemeinschaft von Freunden zu bewahren, bedeutete, einen Damm gegen die Furcht zu errichten, eine Mauer, die uns gegen die feindliche Umwelt abschirmte; innerhalb der unbekannten KZ-Welt bildete die Gruppe eine vertraute, beruhigende Insel. In einer Gesellschaft, deren Gesetze und Regeln unserem Einfluss entzogen sind, in der der einzelne von vornherein verloren ist, stellt eine solidarische Gemeinschaft wirklich eine beträchtliche Kraft dar.

(Joseph Rovan: Geschichten aus Dachau. DVA, Stuttgart 1989, S. 59)

Rovan begegnete in Dachau auch dem französischen Politiker und Résistance-Kämpfer Edmond Michelet, dem Schwager Charles de Gaulles, einer der führenden Köpfe des französischen Widerstandes. Aus der Begegnung der beiden Männer im KZ wurde eine lebenslange Zusammenarbeit. Rovan wurde Mitglied im Stab aller vier Ministerien, die Michelet später innehatte: „Selbst in Dachau wurde ich, als der Tag der Befreiung näherkam und Michelet die französische Gemeinschaft organisierte, einer seiner engsten und wichtigsten Mitarbeiter.“ (Joseph Rovan: Erinnerungen eines Franzosen der einmal Deutscher war. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, S. 183)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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