Sklavenarbeit im KZ-Außenlager Allach

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Gedenktafel für die Opfer des KZ-Außenlagers Allach, das sich auf der Gemarkung von Feldmoching befindet. 1944 kam die östliche Erweiterung, das OT-Lager Karlsfeld, dazu.

Nach fünf Jahren im Lager Dachau wurde Gross ins Außenlager Allach verlegt, wo die Häftlinge unter der Aufsicht von Zivilisten aus München oder dem oberbayerischen Umland unter anderem für die Bayerischen Motorenwerke schuften mussten. Schon bei Ankunft war er entsetzt.

Wir marschierten durch die Tore (unter „Mützen ab“). Nicht als Sieger, nein, als Besiegte fühlten wir uns. Denn was wir da vor uns sahen, gab einen trostlosen Anblick ab. Puh, schmutzig grau starrten uns die Hütten entgegen, die sich bei näherem Zusehen als Pferdeställe entpuppten, ohne Fenster, nur mit lückenartigen Öffnungen versehen, die unterhalb des Daches angebracht waren. Uns fröstelte. Dachau war, obwohl Konzentrationslager, eine saubere Stadt gegenüber dieser Sammlung von Ställen, die sich „Arbeitslager“ hieß. [...] Wie um die Blocks, so pfiff auch um die Seelen ein rauher Wind. „Ihr meint wohl, ihr seid noch in Dachau? Allach ist kein Sanatorium!“ belehrten uns die Eingesessenen.

(S. 140f.)

Gross hatte bald erste Auseinandersetzungen mit der Aufsicht, die für ihn weitreichende Folgen hatten. Er wurde „wegen Faulheit und Unfähigkeit“ von den Bayerischen Motorenwerken abgezogen und auf den sogenannten Bauplatz überstellt: „Dyckerhoff & Widmann erstellte für die Motorenwerke mit Sklavenhilfe zwei große Hallen. Es war eine Art Todeskommando, eine versteckte Hinrichtung.“ (S. 144)

Mit viel „Glück“ gelang es Karl Adolf Gross schließlich, nach Dachau zurückzukehren und im Büro der Porzellanmanufaktur unterzukommen.

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl