Zeitschrift für Frauenstimmrecht

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Plakat der Frauenbewegung zum Frauentag, 8. März 1914

Innerhalb des radikalen Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung gab es einen starken pazifistischen Flügel, der sich weder nationalen Überschwang, noch der Verpflichtung zu kriegserleichternden Hilfsmaßnahmen, wie Verwundetenpflege, anschließen wollte. Diese Frauen warnten unermüdlich vor den Folgen des Krieges und riefen Frauen zum Widerstand auf. Seit 1899 lag der Zeitschrift Die Frauenbewegung die Beilage Parlamentarische Angelegenheiten und Gesetzgebung bei, die bis 1913 von Anita Augspurg redigiert worden war. 1907 war sie in Zeitschrift für Frauenstimmrecht, Organ für staatsbürgerliche Bildung der Frau umbenannt worden. Sie wurde zum Sprachrohr eines feministischen Pazifismus à la Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, der im Frauenstimmrecht einen entscheidenden Schritt hin zum dauerhaften Frieden sah.

Wahres Menschentum kennt keinen Völkerhass, keine Völkerverachtung. Die Frauen stehen wahrem Menschtum näher als die Männer. Wir wollen über die Völker hinweg uns die schwesterliche Hand reichen [...], einiger denn je in dem Bewusstsein, dass nur, wenn die Frauen befreit sind und ihre Staaten lenken helfen, die Welt von der Wiederholung eines gleichen grausigen Erlebnisses verschont bleiben wird.

(Augspurg, Anita; Lida Gustava Heymann, Lida u.a.: Botschaft an den Weltbund für Frauenstimmrecht. In: Zeitschrift für Frauenstimmrecht, Nr. 17, 15. November 1914, S. 52.)

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl