Elsa Bernstein

Neben hurrapatriotistischen Tönen gab es in den Texten bayerischer Schriftstellerinnen durchaus auch chauvinistische Aussagen. Während die Tapferkeit und der Heldenmut des deutschen Soldaten gerühmt wird, wird der Kriegsgegner geschmäht und verhöhnt. Unter dem Pseudonym Ernst Rosmer veröffentlichte Elsa Bernstein 1915 das Gedicht „England“:

Das sind die blassen Krämerseelen,
Die nicht die stammverwandte Hand,
Die sich Barbarenfäuste wählen
Als ihrer Stärke Unterpfand

Die hoch auf ihrem Maste hissen
Die Flagge gelben Bruderneids,
In ihrem Hirn kein Weltgewissen,
In ihrer Brust der dürre Geiz.

Kommt nur mit eurem Söldnerheere,
Mit euern Schiffen ohne Zahl!
Denn ihr habt Gold, habt nicht die Ehre,
Wir aber halten unsern Gral

[…]

(Ernst Rosmer [Elsa Bernstein]: England. In: Aus unserer großen Zeit. Frauenworte. Zum Besten vom Roten Kreuz. J. F. Lehmann‘s Verlag, München 1914, S. 32.)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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