Alle Frauen in seinen Büchern bist du, immer nur du! Frieda von Richthofen und D. H. Lawrence

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D. H. Lawrence

Frieda von Richthofen wird am 11. August 1879 als Emma Maria Frieda Johanna in Metz geboren. 1899 heiratet sie den britischen Philologen Ernest Weekley, um einiges älter und gesetzter als sie. Die beiden lassen sich in Nottingham nieder. 1900 wird ihr Sohn Charles Montague geboren, zwei Jahre später ihre Tochter Elsa Agnes. 1904 folgt ihre jüngste Tochter Barbara Joy.

Während ihrer Zeit in England betätigt sich Frieda von Richthofen erfolgreich als Herausgeberin von Schillers Balladen und Bechsteins Märchen und langweilt sich dennoch im provinziellen Nottingham. 1907 lernt sie bei einem Besuch in München den Psychiater Otto Gross kennen, dessen Geliebte sie wird. Ihren Mann verlässt sie deshalb nicht. Das tut sie erst 1912, nachdem sie dem sechs Jahre jüngeren Dichter D. H. Lawrence begegnet. Nur knapp fünf Wochen nach der ersten Begegnung brennt sie mit ihm durch. Die beiden leben zunächst in Oberbayern und Italien in wilder Ehe, bis sie nach Friedas Scheidung im Juli 1914 endlich heiraten können.

Was nun folgt wird Literatur. Rastlos ziehen die beiden von Ort zu Ort, leben in Australien, Neuseeland, Tahiti, Ceylon, Mexiko und den USA. Sie krachen und lieben sich was das Zeug hält. Es fliegen Stühle und Bratpfannen, Teller und Schallplatten. 1923 kehren sie nach Großbritannien zurück, wo D. H. Lawrence versucht, Freunde und Bekannte zur Gründung einer Künstlerkolonie zu bewegen mit dem Ziel, eine utopischen Gesellschaft namens Rananim zu verwirklichen. Doch einzig die Malerin Dorothy Brett, Mitglied der legendären Bloomsbury Group um Virginia und Leonard Woolf, folgt seinem Aufruf nach Tao in New Mexico, wo sie sich auf einer von der amerikanischen Kunstmäzenin und Schriftstellerin Mabel Luhan gesponserten Ranch, der heutigen D. H. Lawrence Ranch, einrichten.

Die Rivalitäten der drei Frauen um die Gunst des Dichters führen schon bald zu Spannungen. Nachdem bei Lawerence Tuberkulose festgestellt wird, gehen Frieda und er zurück nach Europa, wo Lawrence am 2. Mai 1930 mit nur 44 Jahren an der französischen Riviera stirbt. Frieda kehrt in die USA zurück und 1935 wird auch D. H. Lawrence Asche in die USA zurückgebracht. Friedas langjähriger Liebhaber und dritter Ehemann Angelo Ravagli vermengt sie mit Sand, Zement und Wasser und formt daraus einen Zementblock für die für den Dichter errichtete Gedächtniskapelle auf der Ranch in Taos. Am 11. August 1956 stirbt Frieda. Sie wird neben der Gedächtniskapelle beigesetzt. 


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

Sekundärliteratur:

Jüngling, Kirsten; Roßbeck, Brigitte (1998): Frieda von Richthofen. Ullstein, Berlin.



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