Karl Marx / Im Bahnhofswartesaal

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Karl Marx, 1875. Fotografie von John Mayall jun.

Am 14. August 1876 weilt der Philosoph und Journalist Karl Marx (1818-1883) in Weiden. Sein Aufenthalt ist aber nur von kurzer Dauer und die Folge einer Irrfahrt von Köln nach Karlsbad, wo er seit 1874 einen Kuraufenthalt zu nehmen pflegt. Als in Nürnberg keine Unterkunftsmöglichkeit aufzutreiben ist, erfährt er, dass „die Karlsbad nächstgelegene Stadt, wohin wir noch transportiert werden könnten, ... Weiden [sei].“

Marx und seine ihn begleitende Tochter Eleanor „nahmen Tickets für Weiden“. Doch auch hier haben sie kein Glück. In Weiden „war der einzige dort existierende Gasthof überfüllt“. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als im Bahnhofswartesaal zu bleiben: „Wir hatten bis 4 Uhr morgens auf den harten Stühlen auszuharren.“

Ist Marx’ Aufenthalt nur von kurzer Dauer und hat er auch keinen politischen Charakter, so finden seine Ideen über die Sozialdemokratie später auch Einzug in Weiden.

(Karl Marx und Friedrich Engels: Werke. Bd. 34. Hg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Berlin. Berlin 1966, S. 23ff.)


Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (1994): Der unfreiwillige Aufenthalt des Karl Marx in Weiden. In: Oberpfälzer Heimat 38, S. 175-177.



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