Die Geier-Wally als Filmstar

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Henny Porten, Postkarte.

Der Romanstoff wurde bisher fünfmal verfilmt. 1921 entstand der Stummfilm Die Geier-Wally von Ewald André Dupont mit Albert Steinrück in seiner Paraderolle als grausamer Vater und Stummfilmstar Henny Porten als Walburga Stromminger.

1940 verfilmte der nationalsozialistische Starregisseur Hans Steinhoff den Stoff und schuf mit dem naturalistischen Blut- und Bodendrama, in dem Heidemarie Hatheyer die Geier-Wally spielte, die bis heute berühmteste Verfilmung des Stoffes. Steinhoff, der nationalsozialistische Propagandafilme wie Hitlerjunge Quex und Ohm Krüger drehte, die in der Bundesrepublik einem Aufführungsverbot unterliegen, war ein überzeugter Nationalsozialist, der wegen seiner Linientreue gefürchtet war. Selbst seine künstlerisch anspruchsvollen Filme zeugen vom Einfluss der NS-Kulturpolitik. Der Film Geier-Wally entsprach dem Wunsch der nationalsozialistischen Propaganda, inmitten des Krieges die Frau als starke Persönlichkeit zu zeigen. Obwohl dem Film seine Propagandatendenz anzumerken ist, wurde der Film bisher unzählige Male im deutschen Fernsehen gezeigt. Er gilt dabei zwar als ideologisch heikel, gerade aber aufgrund von Heidemarie Hatheyers beeindruckendem Spiel dennoch als künstlerisch wertvoll.

1956 folgte eine Neuverfilmung durch den tschechischen Regisseurs František Čáp mit Barbara Rütting in der Hauptrolle, die in ihrer Bedeutung nicht an ihre Vorgängerin heranreicht.

Eine Ausnahmestellung unter den vielen Filmen nimmt die Groteske Die Geierwally von Walter Bockmeyer aus dem Jahre 1988 ein. Der Film mit Veronica Ferres, Ralph Morgenstern und Elisabeth Volkmann stellt in erster Linie eine Parodie auf das Genre des Heimatfilms dar. 2005 schließlich wird der Stoff von Peter Sämann fürs Deutsche Fernsehen adaptiert. Die Hauptrolle in dieser sehr traditionellen Verfilmung übernimmt diesmal Christine Neubauer.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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