Carl Zuckmayer

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Don Fernando Alvarez von Toledo, Großherzog von Alba (1507-1582), Porträt von Tizian.

Der Dramatiker Carl Zuckmayer schrieb über die Geschehnisse um die Regensburger Gürtlerstochter ein Theaterstück in drei Akten, dass 1949 im deutschen Theater in Konstanz uraufgeführt wurde. Dabei orientiert er sich zwar an der Mutterschaft Blombergs und auch an ihrer Schönheit und Willensstärke, dichtete ansonsten aber politische Intrigen und Liebesverwicklungen hinzu, die historisch nicht haltbar sind.

Karl der V. hat Barbara Blomberg den Sohn genommen und sie zur Ehe mit einem seiner Soldaten gezwungen. Zwanzig Jahre ist sie in dieser unglücklichen Verbindung gefangen, bis sie sich durch die Entdeckung, wessen Mutter sie eigentlich ist, befreien kann. Barbara Blomberg beginnt nun um ihren Sohn, der inzwischen zum strahlenden Kriegshelden geworden ist, zu kämpfen. Doch durch ihre Liebe zum englischen Spion Ratcliff und ihre Feindschaft zum Statthalter der Niederlande, dem Herzog von Alba, verfängt sie sich im Netz der höfischen Intrigen. Erst als Don Juan de Austria Statthalter der Niederlande wird, kommen sich Mutter und Sohn näher. Um ihres Sohnes willen verzichtet Barbara auf ihre große Liebe und geht nach Spanien, wo sie vom Tod ihre Sohnes erfährt, der offenkundig auf Befehl seines Halbbruders Philipp II. vergiftet wurde.

QUIXADA:

Sie war sehr schön. Ich habe sie nur einmal
selbst gesehen. Ich habe sie nie vergessen.
Denn ihr Angesicht
gab Don Juans Zügen – Adel. Mehr
als des Vaters Stamm. Den Adel,
der in Bäumen und Quellen und gesunden
Tieren lebt. Den Adel
der ungebrochenen Jugend. Der Natur.
Der wachen, ahnungsvollen Menschenbrust.
Des starken echten Volkes.

(Carl Zuckmayer: Dramen. Barbara Blomberg. Aufbau Verlag, Berlin 1967, S. 449)

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl