Johannes Turmair / Aventinus

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Straubing. Aus: Die Gartenlaube 1873, S. 355.

Das Schicksal der unglücklichen Herzogin fand bereits im 15. Jahrhundert Eingang in historische Chroniken. 1521 berichtete der niederbayerische Historiker Johannes Turmair, genannt Aventinus, als erster ausführlich vom Prozess gegen Agnes Bernauer. Seine Version wurde zur allgemeingültigen Darstellung ihres Untergangs.

Herzog Ernst ließ alle ratsfähigen Männer, soviele ihrer anwesend waren, zusammenrufen und sie nach Beschluss des Rates in Fesseln legen. Da sie sich allzu dreist mit weiblicher Unbesonnenheit verantwortete, ließ er sie in einen Sack nähen und nach dem Spruch der Vornehmen, durch den Scharfrichter in der Donau ertränken, am 12. Oktober 1436. Später ließ er für ihre Seelenruhe außerhalb der Stadt zur Linken der St. Peterskirche eine Kapelle erbauen und stiftete eine ewige Seelenmesse.

(Aventinus: Annales Boiorum VII, S. 25. Übersetzung nach Alfons Huber: Agnes Bernauer im Spiegel der Quellen, Chronisten, Historiker und Literaten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Ein Quellen- und Lesebuch. Verlag Attenkofer, Straubing 1999, S. 74)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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