Trotz alledem!

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Ferdinand Freiligrath, Gemälde von Johann Peter Hasenclever, 1851.

Die Erhebung von 1848 sah viele Dichter, Künstler und Intellektuelle in ihren Reihen. Einer davon war der Dichter Ferdinand Freiligrath der mit seinem Gedichtband Ca ira bereits 1846 darauf hingewiesen hatte, dass die Zeit für eine Revolution reif sei. Schon 1843 hatte er das Gedicht „A Man´s a Man for A That“ das der Dichter Robert Burns für die Unabhängigkeit Schottlands geschrieben hatte, ins Deutsche übertragen. Nach Ende der Revolution von 1848 formulierte Freiligrath eine eigene Version des Gedichtes zum Gedenken an den mißglückten Volksaufstand. Berühmtheit erlangte der Ruf „Trotz alledem“ vor allem durch den sozialistischen Politiker und Revolutionär Karl Liebknecht, der ihn für seinen letzten Artikel in Die Rote Fahne am 15. Januar 1919 als Überschrift benutzte.

[...]

Nur, was zerfällt, vertretet ihr!
Seid Kasten nur, trotz alledem!
Wir sind das Volk, die Menschheit wir,
Sind ewig drum, trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
So kommt denn an, trotz alledem!
Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht –
Unser die Welt trotz alledem!

[...]

(Julius Schwering (Hg.): Freiligraths Werke in sechs Teilen. Band 2. Richard Bong Verlag, Berlin/Leipzig u.a. 1909, S. 129-131)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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