In Memoriam

Mathias Kneißl blieb über seinen Tod hinaus ein Symbol für die Auflehnung gegen eine ungerechte Gesellschaftsordnung. Kein Wunder also, dass auch das Kabarett die Figur des Räuber Kneißl für sich entdeckte. 1977 schrieb Georg Ringsgwandl ein Lied über Mathias Kneißl, der nur leben wollte wie es ihm gefiel und dafür einen hohen Preis zu zahlen hatte.

[...]
Hot de Polizei aa g´sogt: „Leit, passt´s auf, der Mo is g´fährlich!“,
doch wer ihn kennt hot, der hot g´wusst, der Mo is guat, der Mo is ehrlich.
Oft gnuag hot der de geidign Leit scho was g´numma – a so a Freid!
Doch er hot´s nia soiba b´hoitn, gibt´s de Arma, gibt´s de Oidn.
Er war oana von de Oidn, er war oana von de Echtn,
aber g´jogt ham´s eahm sei Lebn lang, wiar an Hund, an ganz an schlechtn,
Er war oana von de Oidn, er war oana von de Großn,
drum hams´n 1902 zum Krippe zammag´schossn,
Er war oana von de Oidn, er war oana von de Echtn,
aber g´jogt ham´s eahm sei Lebn lang, wiar an Hund, an ganz an schlechtn,
an Kneißl Hias...

(Georg Ringsgwandl: Kneißl. Staffabruck. Abgedruckt in: Christine Mahler-Scharf: Jagd auf den Räuber Matthias Kneißl. Spurensuche im Dachauer. Literatur in Bayern 2001, S. 62)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl