Bauernschlacht bei Aidenbach

Nachdem die Bauern des Oberlandes vernichtend geschlagen worden waren, machten sich die kaiserlichen Truppen daran den Aufstand endgültig niederzuwerfen. Über Neumarkt und Eggenfelden marschierten sie Richtung Vilshofen nach Niederbayern. Am 8. Januar 1706 trafen sie bei Aidenbach auf ein 4000 Mann starkes Bauernheer, dem letzten Aufgebot der bayerischen Landesdefension. Es entstand ein schreckliches Gemetzel, bei der mehr als 2000 Männer den Tod fanden. Die Niederlage von Aidenbach bedeutete das Ende des aufständischen Heeres. Innerhalb weniger Tage kapitulierten nacheinander Schärding, Cham und Braunau. Nachdem am 18. Januar 1706 mit Burghausen die letzte Stadt kapitulierte, die sich noch in der Hand der bayerischen Landesdefension befunden hatte, war der Bauernaufstand zu Ende.

Verzweiflungsvoll kämpften die Bauern; aber all' ihr Muth und ihre Todesverachtung und all' die mächtigen Streiche ihrer nervigen Arme konnten den einmal entrissenen Sieg ihnen nicht mehr erringen. Bald war ihre Schlachtreihe durchbrochen und getheilt, aber nichts desto weniger kämpften sie fort, nicht mehr um den Sieg, sondern um den Tod. Auf dem Handlberg, östlich von Aidenbach, setzte sich die Hauptmasse der Bauern fest. Erbitterter als je entbrannte der Kampf. Gnade ward weder verlangt noch gegeben. In Strömen floß das Blut. Leichen häuften sich auf Leichen und Hunderte derselben lagen bereits erstarrt auf dem eisigen Boden, Freund und Feind im schrecklichen Wirrwarr durcheinander.

(Joseph Pamler: Die Schlacht bei Aidenbach am 8. Januar 1706. Dr. Preßl´s Buchdruckerei Passau, 1859, S. 14)

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl