Prinz Eugen der edle Ritter

https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbthemes/2014/klein/rebell_492px-Prinz-Eugen-von-Savoyen1_240.jpg
Prinz Eugen von Savoyen. Gemälde von Jacob von Schuppen, Rijskmuseum Amsterdam.

Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan (1663-1736) gilt als einer der berühmtesten Feldherren Österreichs. 1697 fügte er als Oberbefehlshaber im Großen Türkenkrieg der türkischen Armee die entscheidende Niederlage zu. Während des Spanischen Erbfolgekrieges war Eugen von Savoyen Oberkommandierender der Alliierten gegen Frankreich und Bayern. Er trug die strategische Verantwortung für die endgültige Niederlage des bayerischen Heeres bei Höchstädt. Hugo von Hofmannsthal sah in Prinz Eugen ein historisches Vorbild und widmete ihm 1915 eine Abhandlung in 12 Bildern sowie eine seiner berühmten historischen Reden:

Mit neunundzwanzig Jahren war Eugen von Savoyen kaiserlicher Feldmarschall. Er schlägt sieben Hauptschlachten der Weltgeschichte; durch die Siege von Zenta, Peterwardein, Belgrad nimmt er den Türken für ewige Zeiten Ungarn ab; bei Höchstädt gewinnt er Bayern und Deutschland, bei Turin das obere Italien, durch Oudenarde und Malplaquet die Niederlande. Er ist der große Stratege seiner Zeit, der anerkannte Lehrer Friedrichs des Großen; einer der sieben Feldherren aller Jahrhunderte, deren Heereszüge Napoleon des Studiums der Nachwelt wert hielt.

(Hugo von Hofmannsthal: Worte zum Gedächtnis des Prinzen Eugen. In: Hugo von Hofmannsthal: Gedichte und Prosa. Hrsg. v. Dieter Lamping. Patmos Verlag, Düsseldorf 2009, S. 535f.)

Der Feldherr, Bauherr, Diplomat und Kunstsammler ist heute vor allem durch das Volkslied „Prinz Eugen, der edle Ritter“ auch einem größeren Publikum bekannt.

Prinz Eugen der edle Ritter,
wollt dem Kaiser wied'rum kriegen
Stadt und Festung Belgerad!
Er ließ schlagen eine Brukken,
daß man kunt hinüberrucken
mit der Armee vor die Stadt
.

Bearbeitungen desselben gibt es unter anderem von Wilhelm Hauff, Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand Freiligrath und Paul Hindemith.

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl