Italienische Nacht

Die Uraufführung fand am 20. März 1931 in Berlin unter der Regie Francesco von Mendelssohns statt. Horváths Erfolge in diesem Jahr waren groß, bekam er doch neben zwei Theaterproduktionen den Kleist-Preis im Oktober zuerkannt. Erwartungsgemäß lehnte die dem rechten Spektrum zuzurechnende Presse das Stück ab, wohingegen der überwiegende Teil der Kritik Horváths Absicht, Volksstück-Kitsch zu unterlaufen und die „phrasenhafte Politisierung unseres ganzen politischen Lebens“ sowie das Überhandnehmen des politischen Spießertums anzuprangern, verstand. Die österreichischen Aufführungen von Italienische Nacht im Sommer waren nicht minder erfolgreich, allerdings veränderte der Regisseur Oskar Sima, der an die Stelle Mendelssohns trat, das Volksstück: er spielte nur sechs statt der ursprünglichen sieben Bilder und glättete ins Unpolitische.

1930 wird durch den Wahlerfolg der Nationalsozialisten die Gefährdung der Weimarer Republik augenfällig. Deren Zustand erscheint denn auch in der Italienischen Nacht als brüchig, demonstriert am Mikrokosmos einer Kleinstadt, wobei die Gefährdung nicht so sehr von den demokratiefeindlichen [...] Faschisten ausgeht, als vielmehr von der angesprochenen Indolenz der Republikaner. (Kurt Bartsch: Ödön von Horváth, S. 74)


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