Fraueninsel

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Fraueninsel (Foto: Privatbesitz)

6. September 1906

Montag früh das Bötchen aufgetakelt und losgefahren erst nach Seebruck, eine Hitze, mon Dieu. Unterwegs an einem steinigen Strand gebadet und gefuttert, wie Bübchen sagt „nackte Wasserrestauration“. Um 3 wieder in Seebruck und bis 8 Uhr in Gstad, zuletzt bei Mond, der ganz rot aufging. Nachtlager bei Huber.
Nachts auf den See geschaut, bei Mondschein, früh den Sonnenaufgang vom Bett aus, Steinmetz getroffen. Dann weiter nach Stock, Fraueninsel und heim. Es war so schön die ganzen Tage auf dem blauen Wasser und unter dem blauen Himmel mit der brennenden Sonne. Verbrannt und tüchtig müde. Am Rückweg die letzte Stunde so gerudert dass ich beinah auseinanderlief und dann fuhren wir fest und mussten aussteigen um los zu schieben. Mordsangst mich zu erkälten aber es ging gut ab.

(Tagebücher, S. 441)

Anfang September 1906 reist Suchocki nach Nürnberg, um als Puppenspieler zu arbeiten. Bereits nach wenigen Tagen vermisst ihn Franziska zu Reventlow. In Winkl, wo sie sich mit ihrem Sohn aufhält, ist alles „aufgeräumt, und ordentlich, und alles leer und traurig“. Um sich abzulenken unternimmt sie mit ihrem Sohn eine Bootspartie, bei der sie beinahe den Mast abbricht. Suchocki schreibt ihr von seinem Heimweh nach ihr und seinem geliebten Chiemsee.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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