Bayern im Comic

Dem Thema Bayern nähern sich Comics in vielfältiger Weise. Es lassen sich die klassischen Stereotypen  finden, es gibt natürlich das Thema Bier, aber noch viel mehr. Eine wichtige Komponente ist die Identitätsstiftung. Produzent und Rezipient können sich über gemeinsame Bezugsgrößen verorten, beide Seiten sich einem identischen oder zumindest naheliegenden Heimatraum verorten. Dies kann sowohl über Faktoren wie Sprache oder regionale Bezüge gelingen. In literarischen Texten und medialen Produkten über Bayern besteht eine Tendenz zur Harmonisierung und Integration, sofern prägende Paradigmen akzeptiert werden. Dieses Prinzip setzt sich im Comic fort. Auch als Medium um die eigene Geschichte mit ihren Höhe- und Tiefpunkten eignet sich die grafische Literatur.

Man kann es nicht leugnen: Comics über Bayern bedienen Klischees: Laptops und Lederhose, Bier und Gemütlichkeit. Natürlich gibt es auch die anderen, die dunklen und abseitigen Entwürfe, aber sowohl Eigen- als auch Fremdinszenierung tendieren nun einmal zu gewissen Stereotypen. Der Unterschied zu ähnlichen Entwürfen: Man ist sich dessen bewusst. Meist ist es liebevoll gemeint, und gleichzeitig werden diese auch hinterfragt oder ab absurdum geführt.

Dauerbrenner ist und bleibt das Münchner Oktoberfest: Exportschlager und Bayernbildpräger weltweit. Für die Einheimischen kann es auch eine Hass-Liebe sein. Hohes Identifikationspotential hat die Wiesn allemal. Nicht von ungefähr trägt der erste Münchnerische Asterix den Titel Ozabfd is!.

Der andere große Bayern-Mythos in den Medien, der Kini, ist im Comic bei Weitem weniger präsent. Wenn man aber genau hinschaut, lässt sich auch Ludwig II. auf einigen Seiten entdecken.


Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Ingold Zeisberger

Sekundärliteratur:

Decker, Jan-Oliver (2014): Skandal und Tabubruch – heile Welt und Heimat: Bilder von Bayern in Literatur, Film und anderen Künsten. Stutz, Passau.



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