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Fotografie November 1986 (Bayerische Staatsbibliothek/Timpe)

Maximilian Glanz

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(c) Catherina Hess

Nach dem Tod der Mutter, der Dietl in eine große Krise stürzt, folgen 1977/78 die Dreharbeiten zu Der ganz normale Wahnsinn. Die Drehbücher der Folgen 8 und 9 werden erstmals zusammen mit Dietls Freund Patrick Süskind verfasst. Die Serie avanciert wie ihr Vorgänger Münchner Geschichten zum Kult und läuft 1979 u.d.T. Der Durchdreher als geschnittene Fassung in den Kinos. Die Fachkritik feiert die Komödie um einen frisch geschiedenen neurotischen Journalisten als „deutsche Antwort auf Woody Allen“. Helmut Schödel in Die Zeit: „Helmut Dietls Schriftstellerfigur war ein auf Münchner Maße zurechtgestutztes Szenengenie, eher Woody Allens Alptraum als er selber. Wieder hatte uns Dietl durchschaut. Erst unser politisches, dann unser neurotisches Dandytum.“

In der zwölfteiligen Serie geht es um den Journalisten Maximilian Glanz (gespielt von Towje Kleiner), der schon lange an einem Buch über die Befindlichkeit seiner Mitmenschen u.d.T. „Woran es liegt, dass der Einzelne sich nicht wohl fühlt, obwohl es uns allen doch so gut geht“ schreibt. Weil er keinen Verleger findet, hält sich als Leserratgeber bei einer Tageszeitung über Wasser. Obwohl sein Privatleben nicht zuletzt wegen seiner Scheidung einem Scherbenhaufen gleicht, hat er Glück: Bei einem Auffahrunfall lernt er die gleichfalls geschiedene Gloria Schimpf (gespielt von Monika „Mo“ Schwarz) kennen und später lieben. Für Maximilian die ideale Ausgangsbasis, um in eigener Sache Recherchen für sein Buch anzustellen, wäre da nicht sein Spezl Lino Gailing, Playboy und Verfechter eines ungebundenen Liebeslebens, der ihn unermüdlich zu weiteren amourösen Abenteuern anstiftet.

Mit dem Stenz Lino Gailing (gespielt von Helmut Fischer) sind Hauptmotiv und -figur von Helmut Dietls nächster Serie bereits exemplarisch angelegt: Zwei Jahre später startet seine dritte Kult-Serie Monaco Franze – Der ewige Stenz, diesmal mit Helmut Fischer in der Hauptrolle.


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Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

„Der ewige Stenz“. Helmut Dietl und sein München (Literaturhaus München HEFTE, 9). München 2016.

Helmut Dietl: Der ganz normale Wahnsinn. Man könnt' leben, aber man läßt nicht. In der Orginalfassung. Albrecht Knaus, München/Hamburg 1987.


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