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Fotografie November 1986 (Bayerische Staatsbibliothek/Timpe)

München, Thierschplatz: Münchner Geschichten II

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Therese Giehse, Karl-Maria Schley und Katja Rupé bei den Dreharbeiten zur BR-Fernsehproduktion „Münchner Geschichten“ von Helmut Dietl 1974 (Bayerische Staatsbibliothek/Timpe)

Die Leitung des Jeansgeschäfts „Tscharlies Tschiens“ wird Tscharli schnell zu viel, woraufhin Susi den Laden übernimmt („Der ewige Stenz“, S. 37).

In Folge 8 möchte Tscharli sich selbstständig machen und im Milchladen von Frau Bachmeier einen Jeansladen eröffnen. Da er keinen Kredit bekommt, bietet ihm seine Freundin Susi (gespielt von Michaela May) einen Teil ihrer Erbschaft an. Der Jeansladen wird bald darauf eröffnet, auch ohne die Auflage von Susis Eltern, dass Tscharli sie heiratet.

Aus dem Michladen von Frau Bachmeier ist eine hübsche, kleine Boutique geworden. Über den Schaufenstern die Aufschrift „TSCHARLIES TSCHIENS“. Heute, am Tag der Eröffnung, sind alle versammelt. Die Familie Hillermeier, Oma Häusler, Herr Heinrich, auch Max Litzner, sowie Gustl, Manni und Freunde von Susi und Tscharli. Es herrscht fröhliche Stimmung, es wird getrunken. Susi und Tscharli haben alle Hände voll zu tun. Während Tscharli sich um die Gäste kümmert, ist Susi schon dabei, einzelnen Bekannten die ersten Hosen, Hemden und Pullis zu verkaufen.

(Helmut Dietl; Anita Niemeyer: Münchner Geschichten, S. 188)

Als Tscharli jedoch die Konsequenzen dieser ganzen Unternehmung bedenkt, wird ihm schnell klar, dass er für die Geschäftstüchtigkeit ungeeignet ist – er geht lieber schwimmen, wie er seiner Oma gegenüber zu verstehen gibt, und Susi soll dafür seinen Anteil bekommen:

TSCHARLI. Weil mir des ganz fad is, verstehst. – Drum geh i da nimmer hin. Drum schenke des jetzt der Susi. Mein Anteil.

OMA. Is des dein Ernst?

TSCHARLI. Logesch.

OMA. Und warum?

TSCHARLI. Weil des nix is – für einen Menschen mit einer empfindlichen Sensibilität – ein Geschäft – verstehst? Und drum schenke des der Susi und dann gehe zum Baden.

OMA. Ohmei – Karl...

(Helmut Dietl; Anita Niemeyer: Münchner Geschichten, S. 191)

Thierschplatz (c) Peter Czoik

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Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

„Der ewige Stenz“. Helmut Dietl und sein München (Literaturhaus München HEFTE, 9). München 2016.

Helmut Dietl; Anita Niemeyer: Münchner Geschichten. Szenen einer Stadt. In der Originalfassung. Albrecht Knaus, München/Hamburg 1984.


Kommentare

Carl am 19.05.2017 um 14:58

Was hat jetzt der Tscharlie mit dem ewigen Stenz (Monaco Franze) zu tun?



Ulrich am 22.05.2017 um 09:12

Mit Monaco Franze gar nichts. "Der ewige Stenz" bezieht sich doch nur auf den Titel der Sekundärliteratur, aus der oben zitiert wird, und auf Helmut Dietl selbst, zu dessen Ehren der oben genannte Ausstellungskatalog geschrieben wurde.



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