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Wappen der Gemeinde Obermaiselstein

Das Venedigermännle

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© Tourismus Hörnerdörfer, Strobel A (18)

Es hat sich vor sehr langer Zeit an dieser Stelle begeben: Ein Mann aus Obermaiselstein fand hier, unweit des „Hirschsprungs“, einen sonderbaren, ja außergewöhnlichen Spiegel. Als er ihn aufhob und hineinblickte, sah er zu seiner Verwunderung nicht sich, sondern erblickte einen Bergabhang und eine Felswand, wie sie heute vor uns aufragt. Doch merkwürdigerweise hing die Wand voll goldener und silberner Zapfen. Sie schimmerten und funkelten noch viel prächtiger als Eiszapfen im Winter. Hoch oben in der steilen Wand zwischen den Bäumen und Büschen bewegte sich etwas, ein kleines Männlein war emsig beschäftigt, solch goldene Zapfen einzustecken. Das Männlein bemerkte, dass es durch den Spiegel beobachtet werde und wurde nun ganz aufgeregt, jammerte und flehte, den Spiegel wegzuwerfen. Denn sonst müsste es herabstürzen und zu Tode kommen. Der Obermaiselsteiner hatte Mitleid mit dem sonderbaren Wicht, warf den Spiegel weg und sogleich war alle Pracht verschwunden. Nun hätte er alles für einen Traum halten können, wäre da nicht die fürstliche Belohnung in seiner Tasche gewesen. Das Venedigermännle hatte den Mann mit einem zapfenförmigen Goldklumpen reich beschenkt.

© Tourismus Hörnerdörfer, Strobel A (16)

 


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