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Die hilfreichen Hoibarle

Kennt ihr das „Hoibarle“?

Das Hoibarle ist ein Männle, kaum so groß wie eine Hand. Es ist fleißig und hilfsbereit.

So wie die Kölner vor langer Zeit ihre Heinzelmännchen hatten, dienten uns hier im Allgäu die Hoibarle als Hilfsgeister. Sie arbeiteten im Haus und im Stall, aber vor allem bei der schweren Feldarbeit.
Aber leider sind die Zeiten längst vorbei, und das kam so:

Einmal ging zu Furtenbach ein Hof vom Vater auf den Sohn über. Von da an gingen neue Zeiten an. Der Vater kam hinter den Ofen und die Knechte und Mägde wurden elend geschunden. Der neue Bauer konnte den Hals nicht voll kriegen und gar nichts konnte man ihn recht machen.

Nun lebten auf dem Hof von alters her auch einige Hoibarle, die stumm und unsichtbar überall mit halfen.

Eines Tages nun ging der Bauer aufs Feld um zu mähen. Wie es schon der zweite Schnitt im Jahr war, hatte der Bauer seine liebe Not mit dem kurzen Grummet, dass der Wind immer wieder von der Gabel wehte.

Auch die Hoibarle gaben sich alle Mühe das Grummet zusammen zu halten und ohne ihre Hilfe wäre es eh schlecht gegangen. Der Wind ging diesmal aber doch recht arg und zerpfluderte das Heu immer wieder von der Gabel.

Da schrie der Bauer: „Nichtsnutzige Hoibarle, zu gar nichts seid ihr nützlich!“

Da waren die Hoibarle verschwunden auf immer und der Bauer musste seine Feldarbeit fortan allein verrichten.

 


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Verfasser: Gemeinde Durach (Konzeption, Gestaltung der Stationen: Monica Ostermeier, Werkstatt für Gestaltung Durach) // Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A. // Bayerische Staatsbibliothek

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