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Universitätsbibliothek Augsburg

Universitätsstraße 22
86159 Augsburg

Leitung: Dr. Ulrich Hohoff
Öffnungszeiten: Handschriftenleseraum und Mediothek in der Zentralbibliothek: Mo.-Do.: 8.30-12.00 Uhr u. 13.00-16.00 Uhr, Fr.: 8.30-12.00 Uhr.

Telefon: 0821 / 598-5320 [Information]
Fax: 0821 / 598-5354

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Georg Paul Salzmann

1. Angaben zum Bestandsbildner:

Name: Georg Paul Salzmann. *17.01.1929 in Waltershausen, †09.11.2013 in Gräfelfing.
Beruf: Finanzkaufmann, Bibliophiler.
Als „Bibliothek der verbrannten Bücher“ bezeichnete der Gräfelfinger Georg P. Salzmann seine umfangreiche Büchersammlung mit rund 12.000 Bänden, die er in privater Initiative begonnen und in mehr als 30 Jahren systematisch aufgebaut hat. Sie ist die weltweit umfangreichste Sammlung zum Thema und konzentriert sich auf das Werk jener Autoren, deren Bücher von den Nazis bei den Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 ins Feuer geworfen wurden und deren Lektüre während der Herrschaft der Nationalsozialisten verboten war. Zahlreiche Autoren haben lange in Bayern gewohnt und/oder gearbeitet, etwa Bertolt Brecht, Marieluise Fleisser, Leonhard Frank, Oskar Maria Graf, Ödön von Horvath, Erich Kästner, Hermann Kesten, Annette Kolb, Heinrich Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Ernst Toller und Jakob Wassermann. Die Werke zahlreicher Schriftsteller in der Sammlung Salzmann sind heute kaum mehr im öffentlichen Bewusstsein. Die Sammlung Salzmann hat große Bedeutung für die Literatur- und Kulturgeschichte und stellt ein unersetzliches Kulturgut dar.

2. Bestandsumfang:

Ca. 12.000 Bde.

3. Erschließungsstand:

Der Bestand ist zur Benutzung erschlossen.

3.1. Katalogisierung:

Der Bestand wurde im OPAC der UB Augsburg verzeichnet.

4. Bestand:

4.1. Werk:

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4.2 Korrespondenzen:

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4.3. Lebensdokumente:

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4.4. Sammlungen:

- Die „Bibliothek der verbrannten Bücher“ mit etwa 12.000 Bänden,
- Zeitungsausschnitte, die Salzmann ebenfalls gesammelt hat, werden je Autor bzw. Thema in Mappen verwahrt und sollen später in einem eigenen Projekt auch im Internet bibliografisch erschlossen werden,
- Notizen des Sammlers bezüglich des Erwerbs einzelner Stücke (z.B. Kopien aus Antiquariatskatalogen, Preisangaben) werden ebenfalls archiviert.

5. Zugang:

Eine Benutzung ist für wissenschaftliche Zwecke gestattet.

6. Veröffentlichungen zum Nachlass:

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7. Vermerk zur Erwerbung:

Die von Georg P. Salzmann (1929–2013) zusammengetragene „Bibliothek der verbrannten Bücher“ ist seit Juli 2009 im Besitz der Universitätsbibliothek Augsburg und steht hier Forschung und Lehre ebenso wie einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Sammlung präsentiert die ganze Fülle jener Literatur, die ab 1933 in Deutschland den Machthabern missliebig war bzw. nicht erscheinen durfte. Den Grundstock bilden die Schriften, die 1933 öffentlich verbrannt und aus den Bibliotheken ausgesondert wurden. Viele Autor/innen mussten um Leib und Leben fürchten und ins Exil gehen. Viele, vor allem jüdische Schriftsteller/innen fielen dem Holocaust zum Opfer.

8. Bemerkungen:

Die im Herbst 2009 aus Gräfelfing nach Augsburg gebrachten ca. 12.000 Bücher, für die es keinen Katalog gab, wurden zunächst gesichtet, provisorisch nach Autoren und Themen geordnet und ab Januar 2010 systematisch katalogisiert. Salzmann hatte aufgrund seines Bildungsanliegens viele Schriften mehrfach beschafft, um sie für Ausleihen verfügbar zu machen, sodass im Bestand zahlreiche Dubletten vorhanden sind.

Die übernommene Sammlung umfasste rund 8.800 Titel, darunter ca. 7.000 verschiedene Ausgaben der im NS-Staat verfemten Belletristik. Es sind wesentlich die Erstausgaben und – wenn diese nicht (mehr) zugänglich waren – frühe Ausgaben der geächteten und 1933 oftmals verbrannten deutschen Dichtungen z. B. von Max Brod, Oskar Jellinek, Anna Seghers, Franz Werfel. Auch Zeitschriftenhefte und Almanache mit Erstdrucken wurden gesammelt, außerdem die im Exil und nach 1945 entstandenen Werke sowie ausgewählte Forschungsliteratur. Mehr als 300 Autor/innen des 20. Jahrhunderts sind in der Sammlung vertreten. Von rund 40 Schriftsteller/innen sind die Erstausgaben vollständig oder nahezu vollständig vorhanden, mehr als 80 sind mit ihren Werken darin gut dokumentiert.

Seit 2011 ergänzt die UB Augsburg nach Möglichkeit vorgefundene Lücken in der Sammlung durch antiquarische Zukäufe. Der Werkbestand der von Herrn Salzmann in größerem Umfang gesammelten Autor/innen soll dadurch komplettiert werden. Der Gesamtbetsand ist so aktuell auf rund 9.600 Titel gewachsen (Stand: Juli 2017). Im OPAC sind diese Ergänzungen unter Erscheinungsform/Code: „Zukauf Salzmann“ selektierbar. Quelle: Universitätsbibliothek Augsburg.