Der Spaziergang hat eine Länge von ca. 4,5km und eine Dauer von ca. einer Stunde.

Im Jahr 1932, er ist gerade einmal neun Jahre alt, schreibt Walter Höllerer in einem Schulaufsatz:

Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, was ich denn werden soll. Kam aber später zu dem Entschluss, Naturforscher zu werden. Dauernd daheim sitzen zu bleiben? Nein, das gefällt mir nicht. Ich möchte hinaus in die Welt, in fremde Länder, auch solche erforschen, neue Tiere und Pflanzen kennen lernen usw. Zuerst wollte ich Förster, dann Gärtner und zuletzt Zirkusdirektor werden. Doch alle diese Pläne habe ich jetzt aufgegeben. Ich will Reisen nach Irland, in die Wüste, nach Asien, Afrika, Australien und zum Nordpol unternehmen. Ich will auch viele Jagden veranstalten, will forschen, filmen und eine Expedition zusammenbringen. Viele Sprachen will ich lernen und viele Abenteuer mit fremden Menschen erleben. Das schreibe ich alles in ein dickes Buch. Wenn ich dann von meinen Reisen heimkomme, gründe ich einen Zirkus.

Tatsächlich war Walter Höllerer in seinem Leben viel und oft unterwegs, auch „Abenteuer mit fremden Menschen“ dürfte der Literaturnetzwerker viele erlebt haben. Zirkus gründete er allerdings keinen, sondern stattdessen zwei der wichtigsten literarischen Instititutionen – das literarische Colloquium in Berlin und das Literaturarchiv in Sulzbach-Rosenberg – sowie zwei der wichtigsten deutschen Literaturpublikationen: die Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter und die Zeitschrift Akzente.

Seiner Geburtstadt und seinen Oberpfälzer Wurzeln bleibt Walter Höllerer Zeit seines Lebens treu.

Von mir kann ich sagen, ich habe diese Stadt, meine Heimatstadt nie vergessen. Ich trage sie mit mir herum und das wirkt sich auch in dem aus, was ich mache. Das was ein Schriftsteller schreibt, ist mitgeformt von dem Ort wo er aufgewachsen ist.

Aus dieser Verbundenheit schöpft er Kraft für sein Werk; er kommt gerne zu Besuch, interessiert sich für die Probleme in der Region z. B. in den 1970er und 1980er Jahren, als die Krise der Maxhütte für eine zunehmende Arbeitslosigkeit sorgt und der Bau der Wiederaufbereitungsanlage für heftige Diskussionen sorgt.

1974 erhält Walter Höllerer den ersten Kulturpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg: Die  Einrichtung des Literaturarchivs bahnt sich an.

 


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Verfasser: Elke Geck-Neidl, Elke Kotzbauer, Patricia Preuß