Wo die Geister ruhen

In memoriam Dr. Stephan Kellner (1956-2020) (WAT 65-3-125)
Leiter des Referats Bavarica an der Bayerischen Staatsbibliothek München und Mitbegründer des Literaturportals

 

Der Waldfriedhof in München an der Fürstenrieder Straße 288 ist die fünfte und letzte der neuen großen Friedhofsanlagen, die der Architekt und Stadtbaumeister Hans Grässel (1860-1939) zwischen 1894 und 1907 im Auftrag der Landeshauptstadt München errichtet hat. Er begann 1894 mit dem Ostfriedhof, der 1900 vollendet war, setzte die Arbeit 1896 mit dem Neuen Nördlichen Friedhof an der Ungererstraße fort, der 1899 eingeweiht wurde, nahm 1898 den Westfriedhof in Angriff, der 1902 fertig war, begann 1904 die Planung des Neuen Israelitischen Friedhofs, der 1908 übergeben wurde und krönte seine Arbeit zwischen 1905 und 1907 mit dem Waldfriedhof im Süden Münchens, wo er auch ein Ehrengrab erhalten hat. Der Grund für diese neuen Anlagen und Gebäude war die starke Expansion Münchens. Der Waldfriedhof – der erste seiner Art überhaupt – hatte in seinem Alten Teil anfangs 35.000 Grabstätten, zwischen 1963 und 1966 kamen auf dem Neuen Teil noch einmal 24.000 Gräber dazu. Die derzeit 64.500 Grabstätten sind auf einem Gelände von 161 Hektar verteilt; der Waldfriedhof ist damit der größte Friedhof Münchens.[i]

Hinweise: Um den folgenden Rundgang besser nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich, von der in Anmerkung 1 angegebenen Webseite der Städtischen Friedhöfe Münchens den Friedhofsplan als PDF-Datei aufzurufen und auszudrucken. Die Grabfeldnummern sind so zu verstehen: WAT= Waldfriedhof Alter Teil; erste Nummer: Grabfeld; zweite Nummer: Reihe oder W=Waldgrab (Einzelgrab mit größerer Pflanzfläche); dritte Nummer: Grabnummer. Alle drei Nummern stehen meist seitlich oder hinten auf den Grabsteinen.

 


Spaziergang starten: Station 1 von 8 Stationen


 

Literaturspaziergang Der Münchner Waldfriedhof als PDF-Druckversion

 

[i] Vgl. den Artikel „Waldfriedhof“ auf https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt/Friedhof_und_Bestattung/SFM/Friedhoefe/Waldfriedhof.html. Zur weiteren Orientierung unverzichtbar sind die Standardwerke von Scheibmayr, Erich: Letzte Heimat. Persönlichkeiten in Münchner Friedhüfen 1784-1984. München 1985, sowie ders.: Wer? Wann? Wo? Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen. München 1989; dass. Teil 2. München 1997; dass. (letzter) Teil 3. München 2002.

Verfasser: Dr. Dirk Heißerer