Ludwig-Harig-Stipendium 2021 ausgeschrieben

Zur Erinnerung an einen großen Autor der deutschsprachigen Literatur und in Würdigung des Lebenswerks des saarländischen Schriftstellers Ludwig Harig lobt das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) das Ludwig-Harig-Stipendium als Reise- und Recherchestipendium für Nachwuchsautor*innen aus.

*

Kultusministerin Christine Streichert-Clivot: „Das Stipendium, mit dem wir auf besondere Weise das Leben und das Werk Ludwig Harigs würdigen, geht in seine dritte Ausschreibung und stößt auf ein stetig wachsendes Interesse in der literarischen Welt. Mit dem Stipendium wollen wir gezielt junge, noch nicht etablierte Autorinnen und Autoren fördern.“

Das Stipendium ist mit 10.000,00 Euro dotiert und auf zwei Jahre befristet. Ein Anteil in Höhe von 3.000,00 Euro ist als Publikationszuschuss zu betrachten, der es Autor*innen ermöglichen soll, Arbeitsergebnisse zu veröffentlichen. Mit Ablauf des Stipendiums ist ein Nachweis über die Arbeitsergebnisse vorzulegen. Diese sollen im Rahmen der nächsten Vergabe des Stipendiums der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Vergabe des Stipendiums erfolgt jeweils zum Todestag Ludwig Harigs am 5. Mai.

Um das Stipendium bewerben können sich Nachwuchsautor*innen aus der Großregion Saar-Lor-Lux-Elsass-Wallonie-Rheinland-Pfalz oder Autor*innen, die sich thematisch mit dem Saarland oder der Großregion auseinandersetzen. Über die Vergabe entscheidet eine vom MBK berufene Jury.
Die Jury tagt nichtöffentlich. Die Mitglieder der Jury sind zur Verschwiegenheit über den Verlauf der Beratungen verpflichtet. Die Auswahl der Stipendiatin/des Stipendiaten ist schriftlich zu begründen.
Ein Rechtsanspruch auf das Stipendium besteht nicht. Ansprüche aus §§ 657-661 BGB sind nicht ableitbar.

Bewerbungen mit Kurzbiografie und entsprechender Beschreibung des literarischen Projekts sind bis zum 31. Januar 2021 zu richten an das Ministerium für Bildung und Kultur, Referat E6, Stichwort „Ludwig-Harig-Stipendium“, Trierer Straße 33, 66111 Saarbrücken oder elektronisch via E-Mail an Harig-Stipendium[AT]kultur.saarland.de.

Bisherige Stipendiat*innen:
Verena Boos (Rottweil, Ludwig-Harig-Stipendium 2019)
Ihr Romanprojekt Nonette (Arbeitstitel) zeichnet ein deutsch-deutsches Familien-Epos nach, das von Spanien bis nach Schlesien reicht und eineinhalb Jahrhunderte umspannt. Basierend auf der realen Geschichte einer elsässischen Familie spannt sich der erzählerische Bogen über die Großregion Saar-Lor-Lux-Elsass-Rheinland-Pfalz. Analog zu Harigs Poetik der Erinnerung stellt sie nicht nur eine Familiengeschichte vor dem wechselvollen Hintergrund von Krieg und Verfolgung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar, sondern berührt auch aktuelle Themen wie den Ost-West-Konflikt oder die Arbeitsmigration in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

Dominik Bollow (Berlin, Ludwig-Harig-Stipendium 2020)
Der Autor entwickelt in seinem Romanprojekt Die Launen der Ziege (Arbeitstitel) eine Geschichte, die das Schicksal einer saarländischen Familie schildert. Diese verlässt nach Saarabstimmung 1955 und Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik ihre vertraute Heimat und beginnt in Algerien und Marokko ein neues Leben– wie so viele Saarländer in den 1950er Jahren, die weit jenseits der Grenzen ihrer alten Heimat eine neue suchten. Bollow entwirft dabei eine Erzählung, deren zentrale Frage – wie verändern sich Menschen, die über bisher bekannte Grenzen hinausgehen und in einem völlig fremden Umfeld neu beginnen möchten - auch im 21. Jahrhundert eine ungebrochene Aktualität besitzt.