Info
Weißenbrunn vorm Wald, Bergheimstraße 29
96472 Rödental
Öffnungszeiten: nach telefonischer Vereinbarung
Telefon: 09563/1619
Website

Heinrich-Schaumberger-Museum

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(c) Heinrich-Schaumberger-Museum

In den Jahren 1829/30 wird in der kleinen Gemeinde Weißenbrunn vorm Wald – die 1978 ein Stadtteil von Rödental wird – ein Schulhaus errichtet. Ab 1849 unterrichtet dort der Lehrer und Kantor Georg Friedrich Schaumberger, der mit seiner Familie von Coburg nach Weißenbrunn zieht. In dem Dorf an der Grenze zu Thüringen sind auch seine Schwiegereltern ansässig, ein Wagner- und Landwirtsehepaar, auf deren Hof Schaumbergers damals sechsjähriger Sohn Michael Heinrich, der spätere Schriftsteller Heinrich Schaumberger, fortan viel Zeit verbringt. Nachdem Georg Schaumbergers Ehefrau, Heinrichs Mutter, 1853 ihrem Lungenleiden viel zu früh erliegt, kümmern sich der Großvater, wegen seines Berufs auch „Wagnersjörgnikel“ genannt, und seine Frau, die „Wagnerschristel“, um den Jungen.

Im Alter von 17 Jahren tritt Heinrich in die Fußstapfen des Vaters und verlässt dafür das geliebte Weißenbrunn. Die Ausbildung zum Lehrer führt ihn nach Coburg und Einberg. Erst als sein Vater 1869 stirbt, kehrt er endgültig nach Weißenbrunn zurück: um die Nachfolge seines Vaters als Weißenbrunner Lehrer anzutreten. Es beginnt seine literarisch schöpferischste Phase. Auch lernt er seine zweite Frau – die erste, Clara, ist kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes verstorben – kennen: Magdalene, die Tochter des Weißenbrunner Pfarrers und engen Freundes Oskar Bagge. Das Glück ist allerdings von nicht allzu langer Dauer, denn Heinrich Schaumberger verstirbt 1874 in Davos, wo er Heilung von seinem Lungenleiden suchte.

Bis 1967 findet in dem Weißenbrunner Schulhaus Unterricht statt, danach wird das Gebäude der Gemeinde Froschgrund – eine Zusammenschluss mehrerer Dörfer im Jahr 1971, in dem auch Weißenbrunn aufgeht – übergeben. Anfang der 1970er Jahre entsteht in den Räumlichkeiten ein Heimatmuseum, das sich auch dem Leben und Werk von Heinrich Schaumberger widmet und über dessen Nachlass verfügt. Im Februar 1978 gründet sich der Bürgerverein Froschgrund e.V., der unter anderem die Stiftung von Heinrich Schaumberger betreut. Im Jahr 2000 wird das ehemalige Schulhaus ein weiteres Mal saniert, um dem Anspruch an ein modernes Museum gerecht zu werden. Im ersten Stock kann seither ein originales Klassenzimmer aus der Zeit Heinrich Schaumbergers besichtigt werden.