Info
Geb.: 18.11.1927 in Osterzell
Gest.: 9. 2.2019 in Osterzell
© privat
Namensvarianten: geb. Eberle

Marianne Ehlich

Die 1927 im Ostallgäu geborene und aufgewachsene Marianne Ehlich besucht die Realschule und wird in der Nachkriegszeit nach nur dreimonatiger Ausbildung als Schulhelferin ein­gesetzt. Nach einem weiteren Jahr Ausbildung und der ersten Lehr­amtsprüfung folgt ihre An­stellung als Hilfs­lehrerin. Die Arbeit macht ihr Spaß, obwohl der schulische Alltag in der Nachkriegszeit eine Heraus­forderung ist. Auf Drängen ihres Vaters gibt Marianne Ehlich schweren Herzens ihren Beruf als Lehrerin auf und unter­stützt fortan den väterlichen Betrieb als kaufmännische Angestellte. 25 Jahre lang führt sie zudem die Gemeindekasse der Gemeinde Osterzell und professionalisiert in dieser Zeit die Kassenführung.

Ihre Liebe zu Sprache und Literatur schlägt sich in ihrem schriftstellerischen Tun im Privaten nieder. Schon als junges Mädchen schreibt Marianne Ehlich Gedichte und Kurzprosa. Im Laufe der Jahre entstehen für Fest­lichkeiten im Verwandten- und Freundeskreis und für Feiern in der Gemeinde ungefähr 100 Ge­dichte in Mundart und Standardsprache. Als 1987 der Radiosender Ostallgäu für die Sen­dung So klingt's bei uns in Osterzell in den Ort kommt, trägt Marianne Ehlich ihr Gedicht „A Reiseführer dur Osterzell“ vor. Das Mundartgedicht „Sehnsucht einer Schwalbe“ in 42 Versen schreibt sie für den Pfarrabend 1992 und ihr Gedicht „Fest der Klänge“ ziert die Festschrift zum 41. Bezirks­musik­fest 1997 in Osterzell.

Von Marianne Ehlich liegen neben ihrer Lyrik auch Prosastücke vor, wie das unter bevorzugter Verwendung von Genitiv­formen geschriebene Kirchenchor als 2. Fall  für eine Fasnachtsfeier des Kirchenchors. Aus dem Jahr 2015 stammt ihr Text Gedanken zum Kriegsende 1945 in meinem kleinen Heimatort Osterzell, nach­gedacht nach 70 Jahren, Marianne Ehlich.

In einer privaten Chronik hat Marianne Ehlich ihre eigene Lebensgeschichte von der Geburt bis kurz vor ihrem Tod sowie Geschichten aus der Familie und dem Dorf handschriftlich festgehalten. Ihre Aufzeichnungen, in denen sie auf einen Zeitraum von 90 Jahren zurückblickt und denen eine erkenn­bar feine Beobachtungsgabe zugrunde liegt, machen sie zur Chronistin einer ver­gangenen Zeit.

Verfasst von: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.


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