Info
Geb.: 2. 4.1940 in Berlin
© privat
Wirkungsorte:
Biessenhofen
Aitrang
Bidingen
Ebenhofen

Heinrich Maul

Heinrich Maul ist ein wichtiger Motor für das kulturelle Leben seiner Ostallgäuer Heimatgemeinde Biessenhofen. Er ist Initiator und Projektkoordinator des „Sagen­haften Wegs“, eines Radwegs der Gemeinden Biessenhofen, Ruderatshofen, Bidingen und Aitrang mit zahlreichen Tafeln zu alten Sagen dieser Region.

Der langjährige Gemeinderat (1978-2002) und ehemalige zweite Bürger­meister (1988-2002) ist Gründer und Leiter des Hirten- und Heimat­museums Baschtle­­haus Ebenhofen und Ehrenvorsitzender des gleichnamigen Förder­vereins. Er verantwortet zahlreiche Sonderausstellungen und Vorträge, beispielsweise über den Besuch Kaiser Maximilians I. am 3. De­zem­ber 1515 in Ebenhofen, über die Auswanderer des 19. Jahr­hunderts aus der Gemeinde nach Amerika, über den Alltag und die rechtliche Situation der Mägde, Knechte und Landarbeiter vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, über Flüchtlinge und Ver­trie­bene, die nach 1945 in der Gemeinde Biessenhofen eine neue Heimat gefunden haben u.v.a.m. Heinrich Maul befragt Zeit­zeugen zu lokalgeschichtlichen Themen und erstellt Erinnerungsprotokolle.

Über die Geschichte der sog. Allmende, der über 600 Jahre andauernden kollektiven Weidewirtschaft, über das Leben der Allmendehirten und über die 1719 in Ebenhofen ge­grün­dete Hirtenbruderschaft „Zum Schwarzen Skapulier“ schreibt Heinrich Maul das Buch Hirtenleben zwischen Idylle und Wirklichkeit. Die Geschichte der Gemeindehirten (2013). Den zweiten Teil des Buches nimmt eine fiktive Erzählung über den Hirten Josef Schneider ein, von Heinrich Maul verfasst, um Alltag und Sorgen der Allmendehirten zur Zeit der Bruderschaftsgründung anschaulich zu machen. In diese Erzählung fließen ausgewertete Dokumente und mündlich überlieferte Traditionen ein.  

Für sein Engage­ment wird Heinrich Maul die Ehren­bürger­­­würde seiner Gemeinde verliehen. 2016 erhält er zudem die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundes­republik Deutschland.

Für 2020 plant Heinrich Maul die Veröffentlichung einer Dokumentation über das Internierungs- und Entlassungslager für Deutsche Wehrmachtsangehörige in Biessenhofen. In diesem von Anfang Mai 1945 bis November 1945 bestehenden Demobilization-Center der 7. US Arme erhielten ungefähr 50.000 Soldaten ihre Entlassungspapiere. Von entlassenen Wehrmachtsangehörigen angefertigte Lagerskizzen, handschriftliche Notizen, Entlassungspapiere, Dokumente und Befragungen von 64 Soldaten und Zivilpersonen sowie Fotos von diesem Lager aus dem Privatarchiv von Captain Charles H. Foertmeyer, der beim US-Sanitätsbataillon in Bad Wörishofen stationiert war und diese Auf­nahmen fertigte, sind Grundlagen für die geplante Dokumentation.

Verfasser: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.


Externe Links:

Literatur von Heinrich Maul im BVB

Sagenhafter Weg

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