Beide Stipendien dienen der Förderung hochbegabter deutscher Kunstschaffender im Ausland. Sie erhalten die Möglichkeit, sich durch einen fast einjährigen bzw. dreimonatigen Studienaufenthalt in und nahe Rom künstlerisch weiterzuentwickeln, eingebunden in das römische und italienische Kulturleben. Voraussetzungen für eine Bewerbung sind u.a., dass die Künstlerinnen und Künstler in ihrer Sparte bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben. Bewerbungen sind online an die Kulturstiftung der Länder zu richten. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2026.
Im Deutschen Studienzentrum Venedig begegnen sich seit 1972 Personen aus Wissenschaft und Kunst aller Sparten zum Dialog über den gemeinsamen Gegenstand Venedig. Gefördert werden begabte, vorrangig jüngere Kunstschaffende der Sparten Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik (Komposition). Das Stipendium besteht aus einem Geldbetrag sowie der Unterkunft in einem Zimmer im Palazzo Barbarigo della Terrazza. Der Studienaufenthalt beträgt zwei Monate. Bewerbungen sind auch hier online an die Kulturstiftung der Länder bis zum 15. Januar 2026 zu richten.
Die Stiftung Lyrik Kabinett und ARTIST IN RESIDENCE MUNICH, Villa Waldberta, bieten einen gemeinsamen Recherche- und Arbeitsaufenthalt als Poet-in-Residence. Der/die Gastlyriker/in wohnt in der Villa Waldberta und hat Zugang zu den Beständen des Lyrik Kabinetts, um an einem aktuellen Schreibprojekt zu arbeiten. Um die öffentliche Wahrnehmung von Lyrik und den gegenseitigen Austausch vor Ort zu befördern, hält die/der Schreibende im Rahmen des Aufenthalts eine Lesung im Lyrik Kabinett. Eine Beteiligung an mindestens einer öffentlichen Veranstaltung in der Villa Waldberta wird gewünscht. Bewerbungsschluss ist der 20. Januar 2026.
Einsendeschluss Fränkischer Preis für junge Literatur
Der Fränkische Preis für junge Literatur wird jährlich ausgeschrieben. Teilnehmen am Wettbewerb dürfen alle, die zum Zeitpunkt des Einsendeschlusses mindestens 16 und maximal 30 Jahre alt sind. Das Thema kann frei gewählt werden; zugelassen sind unveröffentlichte und noch nicht prämierte Lyrik- und Prosatexte in deutscher Sprache. Außerdem muss der erste Wohnsitz zum Zeitpunkt des Wettbewerbs in Franken gemeldet sein, die Nationalität ist unerheblich. Insgesamt werden Preise in Höhe von 1.500 € vergeben. Die besten Beiträge werden im Sommer 2026 in der Literaturzeitschrift Wortlaut veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2026.
2025 feierte das Bamberger Literaturfestival sein 10-jähriges Jubiläum. Mit einer Rekordzahl an Autorinnen und Autoren sowie Veranstaltungen zeigte sich das Festival größer und vielfältiger denn je. Pünktlich zum neuen Jahr präsentiert sich das Bamberger Literaturfestival erneut mit faszinierenden Geschichten, spannenden Lesungen und inspirierenden Autorinnen und Autoren. Während des Festivals lesen diesmal Ewald Arenz, Margit Auer, Nevfel Cumart, Anna Dimitrova, Wladimir Kaminer, Tanja Kinkel, Bodo Kirchhoff, Paul Maar, Christoph Ransmayr, Jaroslav Rudiš, John von Düffel u.v.a.
Ofelia Huamanchumo de la Cuba, geboren 1971 in Peru, ist Lyrikerin, Schriftstellerin und Hispanistin. Seit 2001 lebt sie in München und schreibt Gedichte, Erzählungen, Romane und Kinderbücher in spanischer sowie deutscher Sprache. Ihr deutschsprachiges Prosadebüt Nachtschichten wird 2025 mit einem Platz auf der Empfehlungsliste Bayerns beste Independent Bücher gewürdigt.
Der Lyriker Philipp Létranger (Pseudonym) wird 1956 im Bayerischen Wald geboren und wächst in Stuttgart auf. In seinen Gedichten geht es ihm darum, dem Allgemeinmenschlichen in den eigenen Erfahrungen nachzuspüren, sich mit den grundsätzlichen Lebensbedingungen seiner Zeit zu verbinden. 2023 erhält er den Jurypreis für Lyrik und Prosa beim Literaturwettbewerb der Gruppe 48.
Dankesrede von Pierre Jarawan anlässlich der Verleihung des Tukan-Preises 2025
Der Schriftsteller Pierre Jarawan erhält für seinen bewegenden Roman Frau im Mond den renommierten Tukan-Preis 2025. Am 2. Dezember 2025 wurde ihm die Auszeichnung bei der feierlichen Preisverleihung im Literaturhaus München überreicht. Das Literaturportal Bayern war vor Ort und veröffentlicht hier mit freundlicher Genehmigung des Autors dessen Dankesrede.
Rezension zu „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ von Nora Gomringer
Nora Gomringer hat ein berührendes Buch über ihre verstorbene Mutter, die Germanistin Nortrud Gomringer, geschrieben. Die lustige, unkonventionelle Frau begleitete die schriftstellerischen Schritte ihrer Tochter von Beginn an ermutigend, hatte selbst aber sehr zu kämpfen. Autorin Carola Gruber hat das Buch Am Meerschwein übt das Kind den Tod für das Literaturportal Bayern gelesen.
Zum 150. Geburtstag: Rainer Maria Rilke in München
Rainer Maria Rilke (eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke; 1875-1926), österreichischer Dichter und Autor der literarischen Moderne, prägte mit seiner Lyrik und Prosa die Literatur des 20. Jahrhunderts maßgeblich. Seine Hauptwerke umfassen u.a. die Lyrikbände Das Stunden-Buch (1905), die Duineser Elegien und Die Sonette an Orpheus (beide 1923) sowie Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910), seinen einzigen Roman. Am 4. Dezember 2025 wäre Rainer Maria Rilke 150 Jahre alt geworden. Über seine Zeit in und um München schreibt für uns die Münchner Autorin Gunna Wendt.
Adalbert Stifter (1805-1868) ist im südlichen Böhmen gebürtig, geht im oberösterreichischen Kremsmünster zur Schule und lebt ab 1848 in Linz. Von seinen Anfängen in einem böhmischen Dorf, der Schulzeit in Kremsmünster sowie von der tragischen Verdüsterung seines Lebens in den späten Jahren erzählt der erste Teil unseres Adalbert-Stifter-Spaziergangs „Museumstraße: Adalbert Stifter“. In der Zwischenzeit, den Jahren 1826-1848, lebte der österreichische Dichter in Wien in insgesamt siebzehn verschiedenen Wohnungen. Hier begann sein literarischer Ruhm, hier lernte er seine spätere Ehefrau Amalia Mohaupt kennen, hier wurde er kurzzeitig zum Revolutionär. Auch die große ästhetische Kontroverse seines Lebens erfuhr Stifter in Wien. Der 1845 aus dem Norden zugezogene erfolgreiche Dramatiker Hebbel rückte dem Prosaautor wiederholt zu Leibe. Stifter entwarf im Gegenzug seine bis heute berühmte Formel vom „sanften Gesetz“. Dieser Spaziergang ergänzt die biografische Lücke.
Franz Callenbach wird am 10. Januar 1663 in Dittwar geboren. Der Prediger und Lehrer verarbeitet die desolaten Zustände in seinem Würzburger Jesuitenkolleg zu insgesamt acht Komödien. Seine Dramen stehen wiederum in der satirischen Tradition von Fischart und Moscherosch, aber auch Jakob Baldes lateinischen Satiren und nehmen die Kritik der Aufklärung sowie des absolutistischen Systems vorweg. Franz Callenbach stirbt am 3. Februar 1743 in Bamberg.
Wirkmächtig, klug und widersprüchlich. Rezension zu Willi Winklers „Hannah Arendt. Ein Leben“
Zum 50. Todestag von Hannah Arendt am 4. Dezember 2025 hat der bayerische Journalist, Autor und Übersetzer Willi Winkler eine neue Biographie vorgelegt. In ihr zeichnet er den Weg der deutsch-jüdischen Philosophin von den intellektuellen Zentren Deutschlands über die Flucht vor dem NS-Regime bis zu ihrem Aufstieg als einflussreiche politische Denkerin in New York nach. Es ist das Porträt einer Frau voller Widersprüche, die mit Werken wie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955) und Eichmann in Jerusalem (1963) das 20. Jahrhundert sezierte, trotz Verfolgung und Exil ihre geistige Freiheit behauptete und zu einer der bedeutendsten Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts wurde. Die Münchner Autorin Dagmar Leupold hat Winklers Buch für das Literaturportal Bayern gelesen und rezensiert.
Das Literaturportal Bayern widmet sich der Literatur in Bayern in all ihren Facetten, der Vermittlung und Förderung sowie der Teilhabe an wichtigen kulturellen Debatten und Themen. Es nimmt am literarischen Leben teil, gestaltet dieses mit und informiert über die literarische Kultur des Freistaats in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei greift es auch zukunftsrelevante Aspekte auf. In den verschiedenen Bereichen des Portals finden Sie Autoren-, Institutionen- und Preislexika ebenso wie Berichte, Blogs und Publikationen, Veranstaltungen und aktuelle Entwicklungen. Durch die Verortung und Verknüpfung von Inhalten wird für die Städte und Regionen Bayerns eine vielschichtige Plattform geschaffen.
Das Literaturportal Bayern ist ein Vorhaben der Bayerischen Staatsbibliothek, getragen und begleitet vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und unterstützt von der Landeshauptstadt München. Für die Literatur in München kooperiert das Literaturportal mit der Monacensia im Hildebrandhaus. Darüber hinaus arbeitet es mit zahlreichen Einrichtungen im gesamten Freistaat Bayern zusammen und ist jederzeit offen für weitere Kooperationen.